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Grevenbroich: Immer weniger Restaurants in der City

Grevenbroich : Immer weniger Restaurants in der City

In der Fußgängerzone haben zwei Restaurants geschlossen. Nachfolger konnten noch nicht gefunden werden. Für Gastwirte wird der wirtschaftliche Betrieb schwieriger. Und für Neueröffnungen fehlen oft Kreditgeber.

Die Rollos sind heruntergelassen: Seit Dezember ist der "Kaisergarten" an der Breite Straße leer. Ebenfalls verwaist ist die nur wenige Meter entfernt liegende spanische Tapasbar "Sabor". Und im "Chinatown" am Hammerwerk ist das Licht ebenfalls ausgegangen — vorerst endgültig.

Eine Entwicklung, die auch Bürgermeisterin Ursula Kwasny bedauert: "Ich würde mir eine größere gastronomische Vielfalt in der Innenstadt wünschen", sagt die Verwaltungs-Chefin. Ihre Vorstellung: ein lebendiger Markt mit Außengastronomie wie in der Nachbarstadt Neuss.

Für Restaurantchefs wird die Luft immer dünner, weiß auch Thorsten Hellwig, Sprecher des Interessenverbands "Dehoga" Nordrhein: "Grundsätzlich ist die Zahl der Gastronomiebetriebe konstant, allerdings nimmt sie in einzelnen Bereichen leicht ab." Er rechnet sogar damit, dass sich dieser negative Trend noch verschärfen wird: "Wenn ab 1. Mai das Rauchverbot gilt, haben es Gastwirte noch schwerer." Für Grevenbroich sei auch die Wettbewerbssituation zu bedenken: "Landgasthöfe müssen sich gegen starke Konkurrenz behaupten — Städte wie Neuss, Köln oder Düsseldorf sind rasch zu erreichen. Wer mobil ist, kann ein größeres, interessanteres Angebot nutzen."

Auch wenn Kochshows im Fernsehen beliebt seien — es sei nicht der Trend zum Selbstkochen, der den Restaurantbesuch ersetze: "Manche Gäste halten sich zwei Stunden an einem Mineralwasser fest, andere sparen sich das dritte Glas Wein oder das Dessert. Im Ergebnis werden die Summen auf dem Bon niedriger — und damit die Einnahmen", meint Hellwig.

Doch die Grundkosten der Wirte — für Einkauf, Personal und Miete — würden sich nicht ändern. Auch José Parrado hat nach einem Jahr an der Breite Straße seinem Traum vom eigenen spanischen Restaurant aufgegeben — wenn auch schweren Herzens. "Letzten Endes waren es mehrere Gründe, die dazu geführt haben", sagt er gegenüber unserer Zeitung.

Und steht eine Fläche erstmals leer, ist es schwierig, einen Nachfolger dafür zu finden. "Wer sich in der Gastronomie selbstständig machen will, braucht ein überzeugendes Konzept, eine ungewöhnliche Idee", weiß auch Thorsten Hellwig von der "Dehoga". Und generell würden Kreditgeber bei Anfragen zur Gastronomie eher abwinken — dies kann auch Stadtmarketingmanager Robert Jordan bestätigen.

Doch Grevenbroich ist als Restaurantadresse durchaus von neuen Restaurantchefs gefragt, sagt Carina Lucas vom Team der städtischen Wirtschaftsförderung. Gern hätte sie Anfragen wie vom Team des "Café Extrablatt" (Neuss und bald auch Düsseldorf) positiv beantwortet, doch: "Oft werden große Flächen oder die Möglichkeit für Außengastronomie nachgefragt. Die können wir nicht erfüllen", sagt sie etwa mit Blick auf den Bereich des Marktplatzes.

Manchmal tun es auch kleine Flächen — wie das Beispiel des früheren Restaurants "Krone" zeigt. Dieser Leerstand an der Karl-Oberbach-Straße könnte bald verschwunden sein. Statt wie früher jugoslawisch soll mediterran gekocht werden.

(NGZ/EW)