Grevenbroich: Im Kultus werden junge Poeten ausgebildet

Grevenbroich: Im Kultus werden junge Poeten ausgebildet

Poetry-Slams gibt es zwar schon seit den Neunzigern, besonders in letzter Zeit sind sie aber nicht mehr wegzudenken aus den Kneipen und Jugendzentren des Landes. Zeit also, dass der Kampfsport unter den literarischen Veranstaltungen nach einer kleinen Poesie-Pause auch wieder nach Grevenbroich kommt, genauer gesagt in das Café Kultus.

Doch was genau sind diese Poetry- Slams eigentlich? "Slams sind moderne Dichterwettstreite. Die Poeten treten gegeneinander an und werden vom Publikum mit Noten von 1 bis 10 bewertet, am Ende wird ein Sieger gekürt", erklärt Hoffmeister. Wichtig dabei ist, dass die Texte selbst geschrieben sind und eine gewisse Länge nicht überschreiten, außerdem dürfen keine Requisiten verwendet werden. Poetry-Slams können laut sein, aber auch leise, gesellschaftskritisch oder lustig, meint der Workshop-Veranstalter: "Poetry- Slams bewegen sich zwischen Comedy und politischem Kabarett." So manch einer mag der Meinung sein, dass viele Literaturveranstaltungen leicht verstaubt sind, Poetry- Slams beweisen das Gegenteil. Oft werden aktuelle Themen aufgegriffen und dem Publikum mit einem großen Ausmaß an Kreativität vorgetragen. "Die Texte sind unglaublich vielfältig, da ist für jeden was dabei", sagt Hoffmeister. Das reizvolle an der Slam-Szene sei die geringe Zugangsschwelle: Jeder kann mitmachen. Der Workshop ist wohl eine kleine Ausnahme, denn teilnehmen können nur Jugendliche unter 20 Jahren. Ziel ist, den Jugendlichen den kunstvollen Umgang mit dem gesprochenen Wort näherzubringen. Bernard Hoffmeister freut sich schon darauf: "Ich finde es spannend, mit Jugendlichen zu arbeiten: Es ist toll, welches Potenzial und Können in so manchem Fünfzehnjährigen steckt." Die Teilnehmer werden nach ein paar Schreibübungen auch einen längeren Text aufs Papier bringen. Wer mag, darf sein Können dann abends beim Slam im Café Kultus vor Publikum unter Beweis stellen. Der sogenannte Slam-Master, also der Veranstalter, hofft auf ein großes Publikum, denn "beim Slam sind die Zuhörer genauso wichtig wie die Leser."

Für einen der Teilnehmer, Jan Kollegger (20) aus Grevenbroich, ist die Slam-Szene bisher Neuland: "Ich war vorher noch nie bei einem Poetry Slam", gibt er zu. "Ich freue mich aber sehr auf Samstag und hoffe, dass ich viele neue Erfahrungen sammeln kann!" Wer morgen merkt, dass ein solcher Wettstreit der Wortakrobaten genau das Richtige für ihn ist, für den gibt es gute Neuigkeiten: Neben einer Slamveranstaltung im Rahmen des "Kultus Open Air" plant Leiter Stefan Wehlings im nächsten Herbst einen weiteren Poetry-Slam. Der Eintritt zum Slam am Samstagabend ist frei, wie immer im Café Kultus freuen sich die Veranstalter aber über Hutspenden für die Künstler.

(NGZ)
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