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Grevenbroich: Im Fackelzug durch die Stadt

Grevenbroich : Im Fackelzug durch die Stadt

Die Euro-Krise, das strittige GV-Kennzeichen und das Bädersterben: Dies waren die Themen der Fackelbauer – ein Erlebnis, für alle, die dabei sind. Ein Selbstversuch in Lackschuhen, direkt hinter der gierigen Griechen-Krake.

Die Euro-Krise, das strittige GV-Kennzeichen und das Bädersterben: Dies waren die Themen der Fackelbauer — ein Erlebnis, für alle, die dabei sind. Ein Selbstversuch in Lackschuhen, direkt hinter der gierigen Griechen-Krake.

Wo kann der Fackelzug schöner sein als hinter einer Fackel? Ein Selbstversuch in Lackschuhen als weiblicher Gast der "Jröne Jonge". Zuvor am Bahnhofsvorplatz der Check der sechs BSV-Fackeln: Geka-Esel, Glücksdrache, Bundesadler zum GV-Kennzeichen: es ist tierisch was los. Zum dritten Mal in Folge auf Siegeskurs: "Rösige Boschte" und "Mer stonn zuesamme" mit ihrem Bundesadler, der das GV-Kennzeichen rettet. Sie verteilen zusätzlich 4000 "Ich bin ein GV'er"-Aufkleber, die dankbare Abnehmer finden.

20.10 Uhr Erster Kontakt mit den "Jröne Jonge", dem Zug des Fackelbau-Beauftragten Willi Peitz, und dem pinkfarbenen Kraken. Auch René Daners und Philip Sauer sind zum ersten Mal dabei. In zwei Jahren wollen die 16-Jährigen in den Zug eintreten. Jetzt heißt es für sie "Fackel schieben". Per Knopfdruck werden die geldbestückten Fangarme bewegt oder der Kopf des Kraken ausgefahren. "Rund 600 Stunden haben wir daran gebaut", erzählt René Daners.

20.40 Uhr Willi Peitz ist noch nicht wirklich entspannt. Diesmal soll der Zug ohne Lücken ziehen, dazu wurden Funkgeräte verteilt. 800 Menschen, Musik, Wagen in einer über drei Kilometer langen Reihe — "eine "logistische Herausforderung", weiß Peitz, besonders bei engen Straßen oder in Kurven.

20.50 Uhr Ein kurzer Outfit-Check ("Jacke auf oder zu?"), mit einem "Links" von Willy Peitz geht es los. Ob ich die richtigen Schuhe trage?

21.15 Uhr Schwierig, im Takt zu bleiben, wenn man zwei Musikstücke zugleich hört. Der Krake findet Anklang: Beifall, hüpfende Kinder, die seine Arme berühren wollen. "Dafür lohnt es sich", sagt Willi Peitz lächelnd. Immer wieder winkt er, grüßen ihn Zuschauer. Auch ich winke eifrig meiner Familie zu.

21.25 Uhr Die Straßen sind voll, die Menschen dort gut gelaunt. Vorbei an den Preisrichtern. "Bravo"-Rufe für den agilen Kraken. Und in der Fußgängerzone muss gut manövriert werden. Was die Laune bei den "Jröne Jonge" hebt: ein kühles Getränk, serviert am Straßenrand. "Die nächste Tankstelle ist bei mir zu Hause", verrät Willi Peitz. Ich schwächele, will andere Schuhe oder andere Füße. Mein Sohn begleitet mich mit leuchtenden Augen — für ihn ein großes Abenteuer. Beim Rückweg durch die Fußgängerzone rettet ein lautes "Achtung" einen Krakenarm — die Kollision mit einem Schild drohte.

21.50 Uhr An der Bahnstraße löst sich der Fackelzug auf. Im Zelt warten die Auszeichnungen auf die Fackelbauer — auch auf die der Krake.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Grevenbroich: Bilder vom Fackelzug 2012

(NGZ/url)