1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Im Einsatz für junge Leser

Grevenbroich : Im Einsatz für junge Leser

Elke Wowra vom Kulturamt hat den Sommer-Leseclub in der Stadtbücherei mitorganisiert. Schon jetzt haben sich 430 Fünft- bis Siebtklässler angemeldet. Gut möglich, dass ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt wird.

Elke Wowra weiß, welche Bücher bei jungen Lesern ankommen. Die 51-Jährige vom Kulturamt ist Mitorganisatorin des Sommer-Leseclubs in der Stadtbücherei. Oben, in der ersten Etage des Gebäudes auf der Stadtparkinsel, haben die fleißigen Helfer des Leseclubs extra eine Ecke für das Programm eingerichtet. Es ist der Ort, den die Fünft- bis Siebtklässler, die an der Sommeraktion teilnehmen, zielstrebig ansteuern. Dass draußen vor dem Fenster eher ein Jahrundertherbst denn irgendetwas, dass auch nur annähernd die Bezeichunung Sommer verdient hätte, lauert, befeuert die Gier nach Büchern umso mehr.

Schon jetzt haben sich mehr als 430 Kinder und Jugendliche für den Leseclub angemeldet. "Wir könnten den Rekord aus dem Vorjahr knacken", sagt Wowra. Im vergangenen Jahr waren 521 junge Leser dabei. Zwei von ihnen sind Pia (12) und Luca (11). Beiden hat der Leseclub so viel Spaß gemacht, dass sie jetzt wieder mitmachen. "Ich lese unheimlich gern", sagt Pia. "Es ist fast schon egal, um welche Art Buch es sich handelt. Hauptsache, es ist spannend."

So viel Begeisterung macht Elke Wowra Freude. Mit der Aktion soll bei jungen Menschen schließlich die Begeisterung fürs Lesen geweckt werden. Die Konkurrenz mit Playstation und Handyspielen ist zwar groß. Aber die große Zahl an Leseclub-Teilnehmern zeigt: Bücher sind bei der Zielgruppe nach wie vor äußerst angesagt.

Das liegt auch daran, dass die Stadtbücherei auch in diesem Jahr wieder rund 300 neue Wälzer für den Leseclub angeschafft hat. Bücher wie "Kumari – Prinzessin im Glück", "Bolle & Die Bolzplatzfreunde" oder "Pferdestarke Girls" decken dabei jene Themen ab, für die sich die Fünft- bis Siebtklässler besonders interessieren. "Ohne Sponsoren wäre die Anschaffung der Bücher nicht möglich", sagt Elke Wowra. Unverändert hoch im Kurs steht auch Harry Potter.

Das Prinzip des Leseclubs: Die Schüler leihen Bücher aus, lesen diese – und beantworten am Ende Fragen zur Handlung. Klingt fast ein bisschen wie in der Schule. "Aber hier wird nicht ganz so streng nachgefragt", sagt Wowra und lacht. Statt Noten gibt's für die Leseclub-Teilnehmer am Ende ein Zertifikat – und eine Abschlussparty im Montanushof. Darauf sind die Kinder und Jugendlichen fast genauso scharf, wie auf die Bücher.

Dafür nehmen sie sogar Wartezeiten in Kauf: Da eine Mitarbeiterin des Leseclubs langfristig ausfällt, kann es beim Abfragen des Buchinhalts schon mal zu Verzögerungen kommen. "Am Samstag hat sich sogar eine kleine Schlange gebildet", sagt Wowra. "Aber das war kein Problem." Etwas Geduld war allerdings schon gefragt.

(NGZ)