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Grevenbroich: Im Einsatz für das "Kulturgut Kirche"

Grevenbroich : Im Einsatz für das "Kulturgut Kirche"

Peter Daners engagiert sich aktiv im Kirchenvorstand. Mit Herzblut wirbt er für dieses Ehrenamt und die Wahlen an diesem Wochenende.

Jeden Morgen, wenn sich Peter Daners (77) auf den Weg in das Büro seiner Anwaltskanzlei macht, wirft er unwillkürlich einen Blick auf seinen Geburtsort: den Turm des ehemaligen St.-Elisabeth-Krankenhauses am Ostwall. Damals — im Jahr 1935 — wurde die Klinik vom Orden der Zisterzienser geleitet. Und so mancher "Ur-Grevenbroicher" hat in dem katholischen Haus das Licht der Welt erblickt. Peter Daners hält seitdem nicht nur der Stadt, sondern auch der Kirche die Treue.

An diesem Wochenende — an dem die Katholiken aus dem Erzbistum Köln ihre neuen Kirchenvorstände wählen — wird Daners an der Wahlurne stehen. Und als stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender der Pfarre St. Peter und Paul ruft er die Gläubigen aus den drei Pfarrverbänden dazu auf, sich an den Wahlen zu beteiligen. Und nicht nur das: "Ich möchte auch zu mehr Mitarbeit ermutigen", sagt der 77-Jährige: "Denn wir brauchen interessierte Menschen, die dabei helfen, den Erhalt des Kulturgutes Kirche sicherzustellen." Um die Gotteshäuser instand zu halten und die dafür benötigten finanziellen Mittel bereitzustellen, würden immer wieder engagierte Christen gesucht, die sich für ihre Pfarren einsetzen möchten.

Als bei den Kirchenvorstandswahlen im Jahr 2009 die nötigen Kandidaten fehlten, konnte sich Peter Daners — der zuvor im Vorstand aktiv war und dann für längere Zeit pausiert hatte — den Bitten eines Freundes nicht verschließen, wieder aktiv zu werden. "Damals wurde die Pfarrkirche aufwendig saniert, und auch sonst gab es viele verwaltungstechnische Angelegenheiten zu klären", erinnert sich der 77-Jährige — da konnte er nicht nein sagen. Die ehrenamtliche Arbeit im Pfarrverband Grevenbroich Elsbach/Erft ist für Daners — der schon in St. Peter und Paul getauft wurde und dort als Messdiener aktiv war — eine Selbstverständlichkeit.

"Vielleicht ist das eine Generationen-Sache", überlegt er und betont gleich mehrfach, dass ein solches Engagement eigentlich keine Besonderheit sein dürfe. "Nach dem Zweiten Weltkrieg war Grevenbroich zerstört. Meine Geschwister sind im Krieg umgekommen, und wir haben — wie viele andere Familien auch — damals viel Unterstützung und Förderung erfahren", berichtet Daners. Heute wolle der Jurist, der 1965 als Sozial- und Rechtsdezernent des Kreises Grevenbroich tätig und von 1980 bis 1985 Landtagsabgeordneter der CDU war, einfach etwas zurückgeben. "So lange ich noch meinen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Gemeinde leisten kann, tue ich das sehr gerne."

Wenn er nicht für Politik, Kirche oder in seiner Tätigkeit als Anwalt — die er nur noch vormittags ausübt — unterwegs ist, ist der zweifache Vater und Großvater einer Enkelin Hobby-Historiker und arbeitet die Geschichte seiner Familie auf. Langeweile — für Peter Daners ist das ein Fremdwort.

(NGZ/ac)