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Grevenbroich: Hydros neue Abwasseranlage

Grevenbroich : Hydros neue Abwasseranlage

Der Aluminiumkonzern Hydro hat im Walzwerk Grevenbroich für vier Millionen Euro die Abwasseraufbereitung ausgebaut. Umweltfreundlicher und geruchsneutraler soll diese nun funktionieren.

Über eine Stahlgitter-Brücke gelangt Olaf Güßgen auf eine Plattform oberhalb der zwei haushohen, kreisrunden Reaktoren im Neubau der Abwasseraufbereitung. Die Reaktoren bilden das Herzstück der neuen Anlage am Hydro-Walzwerk in Grevenbroich. In den Behältern wird während der Produktion dem Abwasser 90 Prozent der Schadstoffe entzogen, erklärt Güßgen, der die Zentrale Abwasseraufbereitung leitet. Schwefelgeruch steigt in die Nase.

Die neuen Reaktoren sind fast randvoll mit Abwasser gefüllt. Etwa 60 000 Liter. Während der Werksferien steht die Produktion still, die Abwasser in den Behältern auch. "Deswegen riecht es unangenehm", sagt Güßgen. Sobald die Produktion wieder anläuft, kommt auch wieder der Wasserkreislauf in Schwung. Faule Gerüche sollen dann nicht mehr stören. Weder drinnen noch draußen.

Die von Hydro selbst konzipierte Anlage wurde in neun Monaten errichtet. Vier Millionen Euro hat der Konzern in die Modernisierung der 20 Jahre alten Anlage investiert. Dem "ökologischen Aspekt" sei dabei "besonderes Augenmerk" gewidmet worden. Mit der neuen Ausbaustufe soll es nun möglich sein, das belastete Wasser aus der Produktion mit "deutlich weniger Chemikalieneinsatz und deutlich geringerer Restbelastung als zuvor" in die Erft zu entlassen.

Mehr als 72 000 Liter Wasser werden pro Stunde während der Produktion im Walzwerk Grevenbroich benötigt. Das vor allem mit Phosphat belastete Abwasser muss dann in mehreren chemischen, biologischen und mechanischen Prozessen gereinigt werden. Pro Minute kann die neue Anlage 2000 Liter aufbereiten.

Die aus dem Walzwerk abgeführten Abwässer werden dabei zunächst in einem 700 Kubikmeter großen Tank unter den Reaktoren gesammelt und von dort in die Reaktoren gepumpt. Die chemische Aufbereitung kann in der neuen Anlage der jeweiligen Schadstoffbelastung des zugeführten Abwassers angepasst werden. "Dadurch arbeiten wir ökologischer und ökonomischer, da die Aufbereitung nicht wie bislang nonstop mit maximaler Leistung betrieben werden muss", erklärt Güßgen.

Die herausgefilterten Schadstoffe werden zu Neutralisationsschlamm aufbereitet, der in der Stahl- und Zementindustrie verwendet werden kann. Das vom Gröbsten bereinigte Abwasser wird mechanisch fein gefiltert, gelangt anschließend in ein Becken außerhalb des Gebäudes an die frische Luft. Dort lagert das Wasser zwei Tage, während Bakterien die restlichen Schadstoffe beseitigen. "Deutlich" weniger Reinigungsarbeiten sollen nun notwendig sein, die beizeiten zu "Kläranlagen"-Gerüchen führten, so Güßgen.

(NGZ)