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Grevenbroich: Hydro testet seine neue Autolinie

Grevenbroich : Hydro testet seine neue Autolinie

Knapp eineinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung hat die Probephase für die neue Automobillinie 3 begonnen. Seit einigen Wochen werden bereits erste Aluminium-Coils produziert. Die offizielle Eröffnung ist für 2017 geplant.

Die neue Automobillinie 3 (AL 3) im Grevenbroicher Hydro-Werk kommt in Fahrt. Knapp eineinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung hat die Testphase begonnen, in der bereits erste Aluminiumprodukte für Kunden aus der Automobilindustrie hergestellt werden. Die Erprobung der Großanlage wird einige Monate dauern. Sobald sie abgeschlossen ist, soll das 130-Millionen-Euro-Projekt offiziell in Betrieb genommen werden. Mit der neuen AL 3 wird der Konzern seine Kapazität im Karosserieblech-Segment von derzeit 50.000 auf 200.000 Tonnen im Jahr vervierfachen.

Der Bau der Automobillinie 3 endete sozusagen mit einer Punktlandung. Der Industriekomplex an der Bundesstraße 56 konnte nicht nur fristgerecht fertiggestellt werden, auch der Kostenplan wurde eingehalten. "Eine starke Leistung", sagt Pascal Wagner, Sprecher der Hydro-Geschäftsführung. Er lobt in diesem Zusammenhang das gelungene Zusammenspiel von hauseigenen Ingenieuren, Spezialisten und Forschern mit den Partnern aus Konstruktion und Technologie. "Feiern werden wir die AL 3 aber erst dann, wenn sie 2017 unseren Kunden im eingespielten Rhythmus Premium-Qualität liefert", sagt Wagner.

  • (Symbolbild)
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Nach der Grundsteinlegung waren fast 230 Beschäftigte gleichzeitig tätig, um die neue Linie fristgerecht fertigzustellen. Der Neubau hat gewaltige Ausmaße: Für die Produktionsanlagen wurde eine dreischiffige, insgesamt 210 Meter lange und 45 Meter hohe Halle errichtet. Gleich nebenan steht das 36 Meter hohe Hochregallager. In diesem massiven Stahlbetonbau können 800 Aluminium-Spulen (Coils), teilweise bis zu 15 Tonnen schwer, gleichzeitig gelagert werden. Durch den Einbau modernster Technik kann höchste Prozesseffizienz erreicht werden: "Die Anlage braucht 36 Prozent weniger Strom je produzierter Tonne und spart beim Gaseinsatz mehr als 25 Prozent", sagt Hydro-Sprecher Michael Peter Steffen. Mit der AL 3 werden 25 neue Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt hat das Grevenbroicher Werk etwa 2000 Beschäftigte.

Das 130-Millionen-Euro-Projekt, Hydros größte Einzelinvestition in Deutschland, kommt keinen Moment zu früh: "Die Automobilindustrie verlangt nach immer mehr Karosseriematerial aus Grevenbroich", sagt Steffen: "Dank Aluminium-Leichtbau können die Personenwagenflotten das Gewicht, den spezifischen Bedarf an Treibstoff und damit die Emissionen deutlich mindern."

Hydro liefert liefert seine Alu-Bänder an die führenden europäischen Autohersteller, die daraus Leichtbau-Karosseriebleche pressen - etwa Türen, Seitenwände, Dächer und Heckklappen. Aluminium aus Grevenbroich wird unter anderem auch in der neuen C-Klasse von Mercedes verbaut.

(NGZ)