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Grevenbroich: Hydro investiert für die Auto-Industrie

Grevenbroich : Hydro investiert für die Auto-Industrie

Hydro verdoppelt bis 2014 die Kapazität der Glühlinie AL2. Damit reagiert das Unternehmen auf den steigenden Bedarf der Automobilindustrie. In Grevenbroich wird unter anderem Aluminium für Audi und Mercedes Benz gewalzt.

Hydro zählt zu den führenden Zulieferern der Automobilindustrie. Die im Werk hergestellten Aluminiumbänder ermöglichen leichtere Motorhauben, Dächer sowie Seiten- und Hecktüren. Produkte aus Grevenbroich werden von nahezu allen Premium-Fahrzeugherstellern geordert — allen voran Audi und Mercedes Benz. Die Tendenz: steigend. Darauf hat das Unternehmen nun reagiert.

Soeben ist die Entscheidung gefallen, die sogenannte Glühlinie AL2 im Automobilzentrum des Werks zu erweitern und deren Kapazität fast zu verdoppeln. Eine Investitionssumme wird nicht genannt. "Wir rechnen damit, dass die Arbeiten im vierten Quartal 2014 abgeschlossen werden können. Dann wird AL2 jährlich bis zu 50 000 Tonnen Aluminiumband für die Automobilindustrie fertigen können", sagte gestern Hydro-Sprecher Michael Peter Steffen. Die Produkte sind für den europäischen Markt bestimmt, der in diesem Segment zwischen 2011 und 2018 jedes Jahr um 15 bis 20 Prozent zulegen soll.

"Vielleicht genügt dieses Projekt nicht dafür, um den boomenden Bedarf an Aluminiumband für die Fahrzeugaußenhaut in den kommenden Jahren zu decken. Aber wir unterstreichen damit unsere Position als ein verlässlicher, wesentlicher Partner in diesem am schnellsten wachsenden Segment", erklärte gestern Konzernvorstand Oliver Bell, der im Grevenbroicher Werk für die Sparte "Rolled Products" verantwortlich ist.

Die Glühlinie AL2 ging im November 2008 in Betrieb, um Aluminium für die Fahrzeugindustrie herzustellen. "Das Konzept sah von vornherein eine mögliche Erweiterung vor", betont Michael Peter Steffen. Denn ein Ausbau verursache geringere Kosten als ein Neubau. Hydro wird im Wesentlichen neue Aufheiz- und Abkühlzonen hinzufügen. "Damit lässt sich die Linie künftig schneller fahren, sie steigert ihren Ausstoß pro Stunde", so Steffen. Die Umbauarbeiten werden ausschließlich an hohen kirchlichen Feiertagen vorgenommen, wenn der Betrieb ohnehin ruht — erstmals ab Weihnachten 2013, dann um die Osterzeit 2014. Im Anschluss daran ist der Probebetrieb für die erweiterte Anlage geplant.

Oliver Bell unterstrich gestern, dass Hydro mit hoher Qualität und Service überzeuge und daher gute Geschäftsbeziehungen zu beinahe allen Premium-Fahrzeugherstellern in Europa pflege. "Nun beweisen wir, dass wir entschlossen sind, ihren Boom in der Nutzung von Aluminium tatkräftig zu unterstützen. Damit helfen wir der Automobilindustrie auch, den Leichtbau von Fahrzeugen voranzubringen und deren Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern", so der Konzernvorstand.

Trotz der Erweiterung wird sich an der Mitarbeiterzahl der Glühlinie AL2 nichts verändern, sagte Michael Peter Steffen. Die Produktionsstätte werde künftig weiterhin von einer etwa 50-köpfigen Mannschaft betreut. Den jetzt beschlossenen Ausbau wertete er für das Grevenbroicher Hydro-Werk als eine gute Nachricht: "Je mehr Spezialprodukte wir liefern, umso besser ist unsere Wertschöpfung — und umso sicherer ist jeder Arbeitsplatz."

(NGZ)