Grevenbroich: Hydro fährt Spar-Programm

Grevenbroich : Hydro fährt Spar-Programm

Künftig sollen jährlich elf Millionen Euro in der Verwaltung von Hydro eingespart werden. Zurzeit laufen Untersuchungen, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Das sorgt für Unruhe bei den Mitarbeitern des Betriebs.

Hydro dreht an der Kostenschraube. Die Verwaltung des Aluminium-Konzerns soll künftig günstiger arbeiten. Einsparungen von jährlich elf Millionen Euro sind geplant. "Das ist notwendig", sagt Firmensprecher Michael Peter Steffen: "Denn in diesem Bereich liegen wir über den Kosten vergleichbarer Firmen — und das in einem immer schwieriger werdenden internationalen Wettbewerb."

Mit "Be the best" (Sei der Beste) wurde bereits im April die erste Stufe eines Programms gestartet, das innerhalb von zwei Jahren für mehr Effizienz sorgen soll. "Bis zur Sommerpause werden die Leistungen, Funktionen und Prozesse in 26 Einheiten unserer Verwaltung analysiert und auf Einsparmöglichkeiten untersucht", erklärt der Sprecher.

Das Reduzieren von Sachkosten stünde dabei im Vordergrund, es sei aber nicht ausgeschlossen, dass auch Stellen abgebaut werden müssten, betont Steffen. Wie viele, könne zurzeit nicht gesagt werden: "Vor Ende September können wir keine Aussage dazu treffen, wie hoch künftig der Bedarf an Arbeitsstellen und -stunden sein wird", erklärt der Sprecher. Er macht auch deutlich: "Wir wollen so wenig Mitarbeiter wie möglich verlieren." Teil der Analyse seien etwa 700 von insgesamt 2000 Beschäftigten des Grevenbroicher Werks.

"Die laufenden Untersuchungen sorgen natürlich für Unruhe", sagt der Betriebsratsvorsitzende Ernst Schumacher: "Die Leute machen sich Sorgen, wenn es um ihren Job geht." Sein Team habe sich jedoch ein Ziel gesetzt: "Wir wollen verhindern, dass es zu betriebsbedingten Kündigungen kommt. Da lassen wir nicht locker." Im September, sobald die Analyse abgeschlossen ist, werde der Betriebsrat in Verhandlungen treten. Seine Sparvorschläge: Sachkosten reduzieren und die Altersteilzeit nutzen.

"Uns ist klar, dass sich das Unternehmen aufstellen muss — in einem weltweiten Wettbewerb, der immer schwieriger wird", sagt Ernst Schumacher. Doch über die auf diesem Weg zu treffenden Maßnahmen gebe es unterschiedliche Meinungen. "Um das Produkt Aluminium nach vorne zu bringen, muss man auch die Fähigkeiten der Menschen nutzen, die das Werk groß gemacht haben", unterstreicht der Betriebsratsvorsitzende.

Wie Peter Michael Steffen erklärt, soll über das neue Programm "Be the best" die Rentabilität der Hydro-Walzwerke in der Bundesrepublik gesteigert werden. "Damit werden wir uns qualifizieren für größere Investitionen an den Standorten", ist sich der Unternehmenssprecher sicher: "Wir wollen die Gruppe stärker machen, investieren und wachsen."

(NGZ/rl)
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