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Hundetrainer aus Grevenbroich erklärt: Was Hunde sehen – und was nicht​

Hundetrainer aus Grevenbroich erklärt : Was Hunde sehen – und was nicht

Hundetrainer Mark Karlstedt beschäftigt sich in seiner Kolumne diesmal mit dem Sehvermögen der Vierbeiner und erklärt, welche Farben und Bewegungen sie wahrnehmen können. Dabei stellt er die Fähigkeiten in Vergleich mit denen des menschlichen Auges.

Können Hunde wirklich so schlecht sehen oder sehen sie nur anders? Wenn man von der Anzahl der Nervenfasern ausgeht, dann müsste man annehmen , dass der Hund besonders schlecht sehen kann. Zum Vergleich: Menschen haben etwa eine Million Nervenfasern und Hunde lediglich um die 170.000. Die Vierbeiner scheinen nicht unbedingt Profis im Sehen zu sein.

Als Jäger, der bei schlechten Lichtverhältnissen erfolgreich ist, muss es aber ein Geheimnis geben: Unsere Fellnasen können über weite Entfernungen die kleinsten Bewegungen wahrnehmen. Dafür haben ihre Lieblinge massig bewegungssensitive Nervenzellen in der Sehrinde im Gehirn. Zusätzlich gibt es eine hohe Zahl von Stäbchen in der Netzhaut, die für eine hohe Frequenz sorgt. Bei Hunden sind es etwa 80 Hertz. Sie sind in der Lage, 80 Bilder pro Sekunde wahrzunehmen. Somit können Hunde auch Fernsehen schauen.

Für die Dämmerung haben die meisten Hunde eine Art Restlichtverwerter, der sich auf der Rückseite der Netzhaut befindet und das eintreffende Licht zurück auf die Zellen der Netzhaut wirft. Somit wird das Licht verstärkt, deswegen sehen Hundeaugen, wenn sie im Dunkeln angestrahlt werden, gelblich bis blaugrün aus. Menschen haben das nicht, deswegen haben wir rote Augen, wenn sie im Dunkeln angestrahlt werden. Zusätzlich sorgt eine große Pupille für großen Lichteinfall.

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Auch das räumliche Sehen wird benötigt, um Entfernungen präzise einschätzen zu können. Aufgrund der Augenpositionen ist das räumliche Sehfeld bei Hunden wesentlich kleiner als bei Menschen. Bei einer langen Schnauze wird das räumliche Sehen zusätzlich eingeschränkt. Die Augenpositionen der Hunde bieten dafür ein größeres Sichtfeld als bei Menschen, da die Augen seitlicher am Kopf liegen. Größeres Sichtfeld heißt: mehr Sicht am Horizont für Objekte, die sich bewegen.

Farben allerdings nehmen Hunde nicht so wahr wie wir Menschen. Die Farbwahrnehmung ist eher kontrastreich als bunt. Es gibt kein Grün und kein Rot. Der rote Ball auf einer grünen Wiese ist für den Hund fast unsichtbar. Da Hunde sehr schnell gucken können und eine gut Nase haben, ist der Ball natürlich trotzdem leicht zu finden.

Dafür können sie sehr gut Gelb und Blau wahrnehmen. Der Vierbeiner hat auch drei Augenlieder, Ober- und Unterlid wie bei uns, doch zusätzlich hat haben Hunde eine Haut, die unter dem Unterlid versteckt ist und wie ein „Scheibenwischer“ zur Entfernung von Fremdkörpern wirkt.

Damit sind Hunde mit den wichtigsten Eigenschaften für die Jagd ausgestattet. Selbst bei Dämmerung können sie kleinste Bewegungen sehen, um Beute genau zu beobachten. Ein kleiner Wolf also steckt nach wie vor in unseren Lieblingen.