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Grevenbroich: Hundehalter wehren sich gegen "Gassi-Tourismus"

Grevenbroich : Hundehalter wehren sich gegen "Gassi-Tourismus"

Von "Gassi-Tourismus" und "Gefährdung durch nicht angeleinte Hunde" im Elsbachtal möchte Alexander Wache nichts wissen. Der 41-Jährige gehört zu einer Gruppe "Gassigänger", die jeden Sonntag mit ihren Hunden einen rund zweistündigen Spaziergang durch das Naherholungsgebiet unternimmt. Das Elsbachtal wurde in den 90er Jahren künstlich auf dem ehemaligen Gebiet des Tagebaus Garzweiler angelegt. "Wir sind RWE dankbar für dieses Gelände", sagt Wache.

Die Aussagen von Ulf Dworschak von der Forschungsstelle für Rekultivierung sind der Gruppe dennoch bitter aufgestoßen. Dworschak hatte kürzlich von einem "Gassi-Geh-Tourismus" gesprochen, der mittlerweile fast "grenzwertige Ausmaße" erreicht habe. "Das Gebiet wird extrem durch Hunde belastet", hatte der Biologe gesagt. Das habe Konsequenzen für das Elsbachtal, das in den nächsten zehn Jahren um etwa 50 Hektar ausgeweitet werden soll. "Am Boden brütende Vogelarten siedeln sich nicht an, weil sie von stöbernden Hunden aufgescheucht werden", meint Dworschak.

Die Gassi-Geher um Alexander Wache ärgert es, dass dadurch alle Hundehalter über einen Kamm geschoren würden. "Wir gehen mit unseren Hunden nur auf dem Weg", sagt Wache. Auch die Hundehaufen würden stets entfernt. Aus Feldern oder dem Unterholz würden die Hunde sofort zurückgerufen. Es gebe klare Regeln. Das betont Waches Frau Stefanie (42). "Begegnen uns Hunde an der Leine, Menschen ohne Hund, Walker, Jogger oder Radfahrer, dann leinen wir unsere Hunde selbstverständlich an." Sie stellt klar: "Wir bemühen uns, weder Mensch noch Tier mit unserer Anwesenheit zu stören und auf jeden Rücksicht zu nehmen."

(NGZ)