Grevenbroich: Hülchrather eröffnen neuen Obstpfad

Grevenbroich: Hülchrather eröffnen neuen Obstpfad

"Am Obspäddsche" nennt sich der neue Weg, der sich an den alten jüdischen Friedhof an der Ferdinandstraße schmiegt.

Der neue Pfad wertet den ohnehin schon schmucken Ort Hülchrath wieder ein Stück auf: Die Dorfgemeinschaft hat sich dafür stark gemacht, dass die dreieckige ökologische Ausgleichsfläche im Neubaugebiet an der Ferdinandstraße schön gestaltet und der vor Jahren in der freien Landschaft liegende, alte jüdische Friedhof mit in die Gestaltung einbezogen wird. Den Hülchrathern ist das mit Unterstützung der Behörden gut gelungen - zum "Adventsfenster" eröffneten Albert Stromann und Paul Steins als Chefs der Dorfgemeinschaft den neuen "Obstpfad", der sich jetzt durch zehn vom Kreis gesponserten Obstbäume auszeichnet. Auf "Hülchrather Platt" nennt sich der neue Pfad "Obspäddsche".

Einige Vertreter der Hülchrather Dorfgemeinschaft, die in etwa halb so viele Mitglieder zählt, wie das Dorf Einwohner hat, hatten im Vorfeld mit angepackt und etwa die Bäume selbst gepflanzt. "Die ersten Ideen entstanden schon 2014 bei der Planung des Baugebietes", erzählt Albert Stromann, der als Vorsitzender an der Spitze der Dorfgemeinschaft steht. Ihm und seinen Kollegen sei es wichtig gewesen, dass das Areal nicht einfach sich selbst überlassen, sondern mit Bedacht gestaltet wird. "Wir haben den Grünflächenämtern einige Entwürfe geschickt. Schließlich erfolgte die Gestaltung in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Grevenbroich", sagt Stromann.

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Zwei Besonderheiten: Neben Kirsch-, Birn- und Apfelbäumen konnte auf dem Gelände eine Turmfalken-Nisthilfe auf einem alten Holz-Strommast aufgestellt werden. Und: Auf die Geschichte des Obstpfades, der ins "Hülchrather Feld" führt, sowie auf die des jüdischen Friedhofes weist jetzt eine Stele mit entsprechender Erklärtafel hin, die Stromann und Dorfgemeinschafts-Vize Steins jetzt feierlich vor zahlreichen Besuchern enthüllten. Sie alle trotzten dem Regen, um sich ein Bild von dem neuen Pfad zu machen. Bei der Eröffnung zog Albert Stromann mit Blick auf den benachbarten Friedhof eine Verbindung zum berühmten Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland", in dessen Garten immer ein Birnbaum stand, an dem sich vor allem Kinder erfreuten. "Als Herr von Ribbeck gestorben war, wuchs an seinem Grab ein neuer Birnbaum", erzählte Stromann, der damit eine Brücke zu den frisch gepflanzten Obstbäumen schlug. "Wir würden uns freuen, wenn die Früchte auch von den Hülchrathern probiert werden. Das begrüßen wir ausdrücklich", sagte Paul Steins, der sich vor allem über die gute Zusammenarbeit zwischen Dorfgemeinschaft und den Behörden freut.

Selbst investiert hat die Dorfgemeinschaft Arbeitskraft und rund 500 Euro für die stählerne Stele, die gut zu den Stelen passt, die bereits an anderen Stellen im Ort aufgestellt wurden und besondere Orte erklären. Der neue Pfad dürfte künftig auch den Fachjuroren beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" positiv auffallen.

(cka)