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Hülchrath stellt beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" viele neue Projekte vor

Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ : Hülchrather präsentieren sich der Jury im Dorf-Wettbewerb

Landes-Kommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gestern zu Besuch.

Genau 90 Minuten waren Zeit – eine knappe Spanne für die Dorfgemeinschaft, um den Ort und die zahlreichen abgeschlossenen und geplanten Projekte vorzustellen. Am Freitag Morgen war in Hülchrath die Bewertungskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu Gast. Hülchrath gehört zu 44 Kreissiegern, die sich nun auf Landesebene der Jury stellen. Ein beachtliches Pensum für die Kommission unter Leitung von Waldemar Gruber von der Landwirtschaftskammmer NRW. „In dieser Woche besichtigen wir 14 Dörfer“, erzählte er. Empfangen wurde die Jury von rund 30 Dorfbewohnern samt König Heinz Koerfer mit Königskette. Auch Bürgermeister Klaus Krützen und Kreisdirektor Dirk Brügge waren gekommen.

Nach mehreren Silber- und Bronze-Medaillen sowie sechs Kreissiegen bewies die Dorfgemeinschaft bei der Präsentation Routine. Für einen Teil der Besichtigungstour stand ein motorisierter Planwagen bereit, trotz Regens zwischendurch blieben die Teilnehmer so weitestgehend trocken. Info-Mappen wurden ausgeteilt. Das Mikrofon wanderte von Hand zu Hand – Paul Steins, stellvertretender Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, Heinrich Schneider und andere hatten viel zu berichten. Über die Umgestaltung des Sebastianusplatzes etwa mit den neu gesetzten Winterlinden. Damit waren die Hülchrather einer früheren Anregung der Kommission nachgekommen. In der Kirche erzählte Peter Lys von der im Bau befindlichen Orgel, für die der Orgelbauverein bereits 130.000 Euro zusammengebracht hat. Im Sebastianushaus nebenan steht ein weiteres großes Projekt an: „Wir wollen das Haus mit dem Saal, der guten Stube im Dorf, behindertengerecht gestalten, einen Aufzug einbauen“, erläuterte Schneider. Fast abgeschlossen ist die Installation von neuen, zum Ortsbild passenden Straßenlaternen, die zudem Strom sparen. 33.000 Euro kostete allein diese Investition. Ein Schwerpunkt bei der Tour war das Dorf in der Landschaft. Ein renaturierter Abschnitt des Gillbachs wurde angesteuert, auf im Umfeld des Ortes lebende Nachtigallen, Spechte und Reiher hingewiesen. Zwischendurch wurden im Planwagen flugs Notenzettel verteilt – und das Hülchrather Heimatlied angestimmt.

Peter Lys stellte die Pläne für die Orgel vor. Foto: Tinter, Anja (ati)

Ein Highlight ist der neue kleine Park „Am Obspäddsche“ mit Obstbäumen neben dem jüdischen Friedhof – wie vieles andere ein Gemeinschaftswerk von Stadt, Kreis und Dorfgemeinschaft. Am Parkeingang winkten Kinder von der Kita „Spatzennest“ der Jury zu und sangen zwei Lieder. Ulrich Herlitz, Vorsitzender des Geschichtsvereins, wies auf die „hervoragende Aufarbeitung der jüdischen Geschichte“ im Ort hin. Stelen erinnern an jüdische Friedhöfe, „Stolpersteine“ vor Häusern an Verfolgte. Geplant ist, am alten jüdischen Friedhof alte Grabsteine aufzustellen, die am Schloss gefunden geworden sind.

Waldemar Gruber von der Jury. Foto: RP/C. Sommerfeld

„Sie haben uns eindrucksvoll das bürgerschaftliche Engagement hier vorgestellt“, würdigte Waldemar Gruber am Ende der Fahrt am Schloss, bevor die Jury zum nächsten Kandidaten weiterfuhr – auch Dormagen-Straberg ist Kreissieger. Die Hülchrather hoffen nun, dass es diesmal mit der Gold-Medaille klappen wird. Bis dahin ist Geduld gefragt. Das Urteil der Jury wird am 9. September in Haus Düssel in Wülfrath verkündet.“