Land Art-Projekt im Elsbachtal: Hügel aus Erde und jede Menge Kohle

Land Art-Projekt im Elsbachtal: Hügel aus Erde und jede Menge Kohle

Ein zweiter Bagger muss her." Der Neusser Landschaftsarchitekt Georg Penker blickt skeptisch auf den Terminkalender. Denn die Zeit rennt, schon in einem Monat soll das Land Art-Projekt im Elsbachtal übergeben werden. Das bedeutet noch viel Arbeit für das sechsköpfige Team um Bauleiter Dirk Ahrens. Zwar sind die Strukturen des 200.000 Euro teuren Landschafts-Kunstwerks schon deutlich zu erkennen, doch fertig ist das Ensemble aus 14 Erdhügeln und zwölf Brikett-Feldern noch lange nicht. Die Kunst-Landschaft im Elsbachtal wächst zusehends. Initiator des Projekts ist der Europa-Verein. Die Vorstandsmitglieder Konrad Erggelet, Dr. Herbert Jacobs, Dr. Gabriele Broens und Dr. Elmar Sawatzki warfen gestern mit Künstler Benoit Tremsal, Bauleiter Dirk Ahrens und Landschaftsarchitekt Dr. Georg Penker einen Blick auf die "Baustelle". NGZ-Foto: L. Berns -->

Ein zweiter Bagger muss her." Der Neusser Landschaftsarchitekt Georg Penker blickt skeptisch auf den Terminkalender. Denn die Zeit rennt, schon in einem Monat soll das Land Art-Projekt im Elsbachtal übergeben werden. Das bedeutet noch viel Arbeit für das sechsköpfige Team um Bauleiter Dirk Ahrens. Zwar sind die Strukturen des 200.000 Euro teuren Landschafts-Kunstwerks schon deutlich zu erkennen, doch fertig ist das Ensemble aus 14 Erdhügeln und zwölf Brikett-Feldern noch lange nicht. Die Kunst-Landschaft im Elsbachtal wächst zusehends. Initiator des Projekts ist der Europa-Verein. Die Vorstandsmitglieder Konrad Erggelet, Dr. Herbert Jacobs, Dr. Gabriele Broens und Dr. Elmar Sawatzki warfen gestern mit Künstler Benoit Tremsal, Bauleiter Dirk Ahrens und Landschaftsarchitekt Dr. Georg Penker einen Blick auf die "Baustelle". NGZ-Foto: L. Berns -->

Der Grevenbroicher "Verein zur Förderung kultureller Weiterbildung und Pflege des Europa-Gedankens" hat dieses in der Region wohl einmalige Kunstwerk angeschoben. Und Vorsitzender Dr. Herbert Jacobs ist zuversichtlich, dass das Land Art-Projekt im Rekultivierungsgebiet pünktlich zum Start der Euroga 2002 eine "ungemeine Sogwirkung" entwickeln wird: "Im Zusammenspiel mit dem Energiepfad der Stadt Grevenbroich entsteht hier eines der innovativsten Projekte im Rahmen der dezentralen Landesgartenschau. Wir schaffen etwas völlig Einmaliges, das die gesamte Region aufwerten und zahlreiche Besucher anziehen wird."

Die Regie auf der "Baustelle" führt der Neusser Dr. Georg Penker, der auch der Landesgartenschau in Grevenbroich zur Mitte der 90er Jahre einen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hatte. Die Arbeiten selbst werden vom Rosellener Gartenhof Küsters ausgeführt, unterstützt von Baggerfahrern der Firma RWE Rheinbraun. "Das sind wahre Artisten", lobt Penker: Wie diese Leute mit ihren schweren Geräten umgehen, das ist fast schon virtuos."

Kritisch beäugt wird der Fortschritt im Elsbachtal vom Münchener Künstler Benoit Tremsal. Er hat das Landschafts-Kunstwerk entworfen: Vierzehn Hügel, jeder drei Meter hoch und 14 Meter breit, werden mit zwölf quadratischen (10,25 mal 10,25 Meter) Feldern aus handelsüblichen Union-Briketts kombiniert. Ein Symbol für die vom Braunkohlen-Tagebau geprägte Region, meint Tremsal: "Vor einigen Jahren war an dieser Stelle noch ein 70 Meter tiefes Loch, das später mit Erdreich verfüllt und mit einer künstlichen Landschaft versehen wurde.

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Viele Menschen haben die gewaltige Grube schon vergessen und sehen das, was hier gewachsen ist, als natürlich an. Für mich ist das jedoch nur eine Attrappe. Durch "deutlich künstliche Formen" will der Münchener daran erinnern, dass das heutige Elsbachtal alles andere als Natur ist. Von langer Dauer wird die schwarz-grüne Land Art jedoch nicht sein, denn die 10.000 Briketts werden relativ rasch verwittern. Aber auch das ist von Benoit Tremsal so gewollt - die Natur soll von der künstlichen Landschaft nach und nach Besitz ergreifen.

Aber so weit ist man noch nicht, im Elsbachtal. Erst die Hälfte der Hügel ist fertig, sieben müssen noch per Schablone zentimetergenau geformt werden. "Das dauert seine Zeit", weiß Dr. Georg Penker. Und gerade die hat der Europa-Verein nicht mehr. Denn wegen der schlechten Wetterlage in den vergangenen Monaten (nach dem Spatenstich im November konnte nur an wenigen Tagen gearbeitet werden) ist das Zeitfenster nur noch einen Spalt weit geöffnet.

Dennoch ist der Landschaftsarchitekt optimistisch: Am 10. April sollen Felder und Hügel angelegt, bis zum 17. April sämtliche Flurschäden beseitigt sein. Anschließend beginnt die Einsaat mit kleinwüchsigen Gräsern und Kräutern. Läuft alles glatt, steht dem Übergabe-Termin am Freitag, 3. Mai, nichts im Wege. Grüne Hügel werden die Mitglieder des Europa-Vereins jedoch an diesem Tag nicht präsentieren können - da macht die Natur der Land Art einen Strich durch die Rechnung. W. Piel

(NGZ)
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