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Hospizbewegung in Grevenbroich: Ehrenamtliche Sterbegleiter gesucht

Hospizbewegung in Grevenbroich : Ehrenamtliche Sterbegleiter gesucht

Bei der Jona Hospizbewegung startet im Januar 2021 ein neuer Vorbereitungskurs. Nach einem Jahr startet der Kontakt mit Menschen am Ende ihres Lebenswegs.

Manchmal ist es der letzte Händedruck. Bei anderen sind es lange Gespräche über die Opernwelt: Ehrenamtliche Sterbebegleiter müssen sich jeweils auf ihr Gegenüber einlassen. Marion Berthold von der Jona Hospizbewegung sucht solche Menschen. Bevor sie ihre Aufgabe antreten, werden die Ehrenamtlichen ein Jahr lang darauf vorbereitet. In einem Grund- und einem Aufbaukurs bekommen sie das Rüstzeug dafür.

Warum stellen sich Ehrenamtler dieser Aufgabe in einer Lebensphase, mit der die meisten Menschen solange wie möglich nichts zu tun haben wollen? „Ich habe in den Vorbereitungskursen eine Menge über mich gelernt“, sagt Antje Swart-Spang (64). Ihre früh verstorbenen Eltern und weitere Todesfälle in der Verwandtschaft waren der Grund, sich bei der Hospizbewegung zu melden.

Margit Berg (58) hatte eine andere Motivation: „Small Talk liegt mir gar nicht. Ich möchte mich möglichst tief und intensiv mit anderen Menschen auseinandersetzen.“ Sie verweist auf die Schweigepflicht, der die ehrenamtlichen Sterbebegleiter unterliegen. Was sie erfahren, bleibt für immer bei ihnen.

„Wir haben unter unseren Ehrenamtlichen eine große Vielfalt an Biographien und Interessen“, sagt Marion Berthold. Sie versucht zurzeit, bis zu zwölf Interessenten für die Vorbereitungskurse zu gewinnen, die im Januar 2021 starten werden. Bei der Frage, was ein angehender, ehrenamtlicher Sterbebegleiter tunlichst an Fähigkeiten und Eigenschaften mitbringen sollte, sagt sie spontan: „Zuverlässigkeit. Und Verbindlichkeit.“ Alles andere ergebe sich durch die beiden Vorbereitungsseminare, für die Teilnehmer jeweils 50 Euro an Gebühr überweisen müssen. Viel Geld, oder? Die Frage hat Marion Berthold erwartet: „Umgerechnet zahlen sie weniger als einen Euro pro Unterrichtseinheit; denn es werden verteilt über das Jahr 2021 insgesamt 130 Unterrichtsstunden angeboten.“ Wegen der Pandemie und der damit verbundenen Abstandsregeln bleibt der Gruppenraum am Ostwall 1 zunächst ungenutzt. Die Gruppe wird sich zur Einführung im Evangelischen Gemeindezentrum Lukaskirche, Noithausener Straße 70, treffen. Denn da ist mehr Platz.

Nach dem Vorbereitungsjahr werden die ehrenamtlichen Sterbebegleiter gezielt bei Menschen mit zueinander passenden Interessen eingesetzt. Die Auswahl übernimmt Marion Berthold. Sie ist Ansprechpartnerin bei Fragen. Und führt das Abschlussgespräch.

Interessenten melden sich bei Marion Berthold unter Telefon 02181 706458 oder unter mail@jona-hospizbewegung.de