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Grevenbroich: Hochaltar wird restauriert

Grevenbroich : Hochaltar wird restauriert

In der Pfarrkirche St. Peter und Paul hat die letzte Sanierungsetappe begonnen. Ein Restauratoren-Team reinigt den Hochaltar, befreit auch Figuren und alte Kirchenbänke von zum Teil Jahrzehnte altem Staub.

Auf dem blauen Umhang der rund 1,20 Meter hohen Marienfigur mit dem Christuskind auf dem Arm liegt Staub, auch die Kreuzigungsszene am Hochaltar hat die Reinigung nötig. Ein Fall für Bettina Berger und Daniel Ferber. "Das Reinigen ist mit das Schwerste. Wir müssen darauf achten, dass sich lockere Farbschichten nicht lösen", sagt der 41 Jahre alte Restaurator aus Köln über seine Arbeit.

Bettina Berger und er haben sich sich in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul an die Arbeit gemacht, um den Altar, mehrere Figuren und alte Kirchenbänke vom Staub der Jahrzehnte zu befreien — und vom Baustaub der Kirchensanierung, der trotz "Verpackung" durch die Folien drang.

Damit nähert sich die anderthalbjährige Erneuerung der Pfarrkirche ihrem Ende. Seit Januar ist das Gotteshaus geschlossen. Das Erzbistum hatte kürzlich grünes Licht für die Restaurierungsarbeiten gegeben, neben "Ferber Restaurierung" erhielten auch andere Firmen Aufträge.

Der rund sieben Meter hohe Altar in St. Peter und Paul ist eingerüstet. Das filigrane, durchbrochene Schnitzwerk, die vielen neugotischen Fialen (Türmchen) und Rosetten bescheren den beiden Restauratoren viel Arbeit. "Das ist eine sehr große Fläche", so Ferber. Zunächst mit dem Pinsel und — natürlich ganz vorsichtig — mit dem Staubsauger wird das Holz gereinigt.

Daran schließt sich eine Feucht-Reinigung mit Wasser und einem Tensid an. Bei ihrer Arbeit geben Ferber und Berger auf lockere Teile acht. Im Laufe der Zeit waren am Altar einige Fialen abgebrochen. "Wir befestigen sie mit Glutin-Leim", sagt Daniel Ferber. Und er betont. "Der Altar ist generell in einem guten Zustand."

Zudem nehmen sich die beiden die älteren der Kirchenbänke — aus dem Barock — vor. Mit einem kleinen Latexschwamm reibt Ferber vorsichtig über das Holz, radiert nicht nur Schmutz weg. "Auf den Unterseiten der Bänke ist Schimmel." Ein Grund für die Entstehung sei "hohe Luftfeuchtigkeit in der Kirche" gewesen, hinzu komme die Lagerzeit unter der Folie, so der Kölner.

Weitere Arbeit wartet im Nebenraum: Mehrere Figuren von der heiligen Maria bis zu den Engeln werden ebenfalls restauriert. "Bei der Reinigung prüfen wir die Figuren auf Schädlingsbefall — zu erkennen etwa an Fraßgängen und Ausflugslöchern." Seit 15 Jahren arbeitet der 41-Jährige als Restaurator. "An dem Beruf reizt mich die Kombination aus Handarbeit und Studium" erzählt er: "Und es ist schön, am Ende der Arbeit zu sehen, was man bewahrt hat", so Berger.

Nach anderthalbjähriger Sanierung sollen im Gotteshaus bald wieder Gottesdienste gehalten werden: "Wir bemühen uns, dass wir Weihnachten möglichst wieder in der Kirche feiern können", sagt Pfarrer Willi Steinfort.

(NGZ)