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Grevenbroich: Hilfe für Mädchen aus Angola

Grevenbroich : Hilfe für Mädchen aus Angola

Paulina und Delfina geht es wieder gut. Die beiden zwölf Jahre alten Mädchen aus Angola wurden erfolgreich im St.-Elisabeth-Krankenhaus operiert. Grevenbroicher kümmern sich nun ehrenamtlich um die Kinder aus Afrika.

Paulina und Delfina sind wieder putzmunter. Sie spielen mit Puppen, flechten sich Perlen ins Haar, und abends muss ihnen auch schon einmal die Bedienung des Fernsehgeräts abgenommen werden, damit Ruhe ist. Die beiden zwölfjährigen Mädchen aus dem afrikanischen Angola sind im Kreiskrankenhaus St. Elisabeth in Grevenbroich erfolgreich operiert worden und können voraussichtlich im Mai den Rückflug antreten. Die Kosten für Behandlung und Aufenthalt trägt der Rhein-Kreis Neuss. Das Friedensdorf Oberhausen, das kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland holt, hatte das Kreiskrankenhaus kontaktiert, da dort schon mehrfach Jungen und Mädchen aus Angola beziehungsweise Afghanistan geheilt worden sind. Delfina Cussomba hatte nach einem Unfall einen offenen Oberschenkelbruch mit Knochenentzündung. Ebenfalls an einer Knochenentzündung, allerdings einer, die auf dem Blutweg entsteht, laborierte Paulina Casimiro jahrelang.

In der chirurgischen Station 4 C/D wurde den kleinen Afrikanerinnen nun geholfen. Sie sind bereits seit November in Deutschland, haben die Weihnachtszeit im Friedensdorf verbracht und wurden in Grevenbroich beide mehrfach operiert. "Im Moment sieht alles gut aus. Die chronischen Knochenentzündungen sind weitgehend abgeheilt", berichtet Professor Dr. Lothar Köhler. Er und sein Team um Oberärztin Dr. Angela Meyer und Oberschwester Dorothea Lambertz haben ganze Arbeit geleistet, damit die Mädchen bald wieder problemlos laufen können.

Aber nicht nur die medizinische Seite stimmt bei der Betreuung von Paulina und Delfina. "Das war ein richtiges Gemeinschaftswerk, das gezeigt hat, dass wir alle eine gesellschaftliche Verantwortung haben und nicht nur an uns selbst denken sollten", sagt Krankenhausdirektor Ralf H. Nennhaus.

Der pensionierte Lehrer Roland Brozio unterrichtet die Kinder ehrenamtlich in Deutsch, Englisch und Mathematik, Zahnarzt Paul Schanowski behandelte sie kostenlos, Sanitätshäuser spendeten Gehhilfen, Schienenapparate und Schuherhöhungen für sie. Die evangelische Gemeinde Grevenbroich gab einen Teil ihrer Afrika-Kollekten für Paulina und Delfina her, und zahlreiche Patienten und Besucher des Kreiskrankenhauses brachten ihnen Kleidung und Spielzeug mit. So haben schließlich viele Menschen ihren Anteil daran, dass die fröhlichen Mädchen ihr Heimweh in den Griff bekommen.

(NGZ)