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Hickhack um neue Kita in Grevenbroich

In Grevenbroich fehlen Betreuungsplätze : Hickhack um neue Kita in der City

Schilda in Grevenbroich: Betreuungsplätze für Kinder sind Mangelware, doch die Großtagespflege Mikasa kann erst mit einem Jahr Verspätung ihr Domizil beziehen. Das Obergeschoss darf sie immer noch nicht nutzen – eine Treppe fehlt.

An allen Ecken und Kanten fehlen Betreuungsplätze in Grevenbroich. Mit einem Sofort-Ausbauprogramm und zwei ganz neuen Kindergärten steuert die Stadt entgegen. Einen kleinen Beitrag dazu soll auch die Großtagespflege Mikasa leisten, in der bis zu neun Jungen und Mädchen betreut werden können – beziehungsweise könnten. Für die „Mini-Kita“ wurde die alte Hausmeisterwohnung an der Grundschule St. Martin in der Innenstadt umgebaut.

Ein Klacks, sollte man meinen angesichts der Herausforderung, vor der die Stadt insgesamt steht. Irrtum – das Umbauprojekt entwickelt sich zum Dauerproblem. Am Montag kann Mikasa nach knapp einem Jahr Verzögerung seine neuen Räume beziehen. Das Obergeschoss mit den Ruheräumen aber darf die Einrichtung nicht nutzen - aus Brandschutzgründen. Eine Außentreppe fehlt, und bis zu deren Bau bleiben vier Plätze unbesetzt.

 Daniela Kolodzi und Michael Karrenberg von Mikasal räumten am Freitag im neuen Domizil ein, knapp ein Jahr später als ursprünglich geplant.
Daniela Kolodzi und Michael Karrenberg von Mikasal räumten am Freitag im neuen Domizil ein, knapp ein Jahr später als ursprünglich geplant. Foto: RP/Carsten Sommerfeld

Eigentlich sollte die Großtagespflege im Januar 2018 an der Graf-Kessel-Straße einziehen. Betrieben wird sie von der Gesellschaft Mikas in Neuss. Da der Umbau noch nicht abgeschlossen war, startete Mikasa in der Tagesstätte „Sonnenblumenland“ im Buckau-Viertel. Das Provisorium währte deutlich länger als geplant. Zunächst nannte die Stadt den Februar als Fertigstellungstermin an der Graf-Kessel-Straße, dann den Herbst.

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Knackpunkt waren Brandschutz-Auflagen. Ein zusätzlicher Fluchtweg aus dem Obergeschoss für die Kleinen und die Betreuer muss her. Die zunächst favorisierte Lösung: Durchbrüche im Obergeschoss, um den Weg ins angrenzende Schulgebäude frei zu machen. Wenige Meter weiter befindet sich eine Außentreppe, die vor einigen Jahren im Zuge des Umbaus für die Ogata entstanden war. „Im Januar „waren wir fest davon ausgegangen, dass das ausreichend ist“, erklärt Stadtsprecher Stephan Renner. „Wir sind einem Irrtum unterlegen. Im Fortgang der Prüfung wurde anders entschieden.“ Renner spricht von „langwierigen Abstimmungsgesprächen“ mit Bauaufsicht und Brandschutzdienststelle, dort wurde das in Auftrag gegebene Brandschutzkonzept geprüft. Beide Dienststellen gehören übrigens zur Stadtverwaltung. Waren Kompetenzgerangel und Abstimmungsprobleme zwischen den beteiligten die Ursache? Dazu nahm der Stadtsprecher keine Stellung.

Die endgültige Lösung: Im Bereich des Hauseingangs soll eine zusätzliche Außentreppe errichtet werden, im Juni kündigte die Stadt die Auftragserteilung in Kürze an. Aus kurz wurde lang: Ein halbes Jahr später fehlt die Treppe immer noch. „Wir hatten das Problem, das zurzeit viele Bauherrn haben – eine Firma, die keine Kapazitäten für eine baldige Realisierung hat.“ Doch nun soll es vorangehen, die Treppe soll, wie Stephan Renner erklärt, im Februar 2019 montiert sein.

Bis dahin wird Mikasa als Tagespflege mit lediglich bis zu fünf Plätzen betrieben. Erst nach dem Treppenbau soll sie zur Großtagespflege mit neun Plätzen aufgestockt werden. Ein Trost: Die Räume und Einrichtung in der früheren Hausmeisterwohnung versprechen ein Spielparadies zu werden, die Stadt hat schöne Möbel angeschafft. Am Freitag räumten Mikas-Geschäftsführer Michael Karrenberg und Tagespflege-Leiterin Daniela Kolodzi ein, damit sich die Kinder ab Montag wohlfühlen. Zwei Mini-Küchen stehen in der Ecke, Stoff-Hunde warten auf Spielgefährten, die kleinen Betten werden zunächst im Erdgeschoss aufgestellt werden, standen noch zusammengeklappt bereit. „Unser Team und die Eltern freuen sich auf die neuen Räume“,sagt Karrenberg.