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Grevenbroich: Heiratshochburg Grevenbroich

Grevenbroich : Heiratshochburg Grevenbroich

Fast jedes dritte Paar, das in der Stadt getraut wird, kommt von außerhalb. Grund: Die Villa Krüppel, Haus Hartmann, Schloss Hülchrath, Kloster Langwaden bieten besonderes Ambiente. Zudem geht der Trend zur Open-Air-Trauung.

418 Paare wurden im vergangenen Jahr in Grevenbroich getraut — eine hohe Zahl für eine Stadt mit rund 64 000 Einwohnern. Der Grund dafür sind zahlreiche Brautpaare, die von außerhalb kommen. Denn etwa 30 Prozent von ihnen sind keine Grevenbroicher. Zum größten Teil stammen sie aus dem Rhein-Kreis, aber auch Paare aus Düsseldorf und Mönchengladbach lassen sich regelmäßig in der Schlossstadt trauen.

"Dies ist eine sehr hohe Quote", sagt Martin Scheffler, Leiter des Standesamtes. "Grevenbroich hat ein sehr gutes Stadt-Image was den ,Wirtschaftsfaktor Liebe' anbelangt. Die Stadt hat viele wunderschöne Lokationen zu bieten." Neben dem Standesamt selbst — der "Villa Krüppel" — kann ebenso im Kaminzimmer des nahe gelegenen Hauses Hartmann geheiratet werden sowie auf Schloss Hülchrath und im Kloster Langwaden. Dieses Angebot nahmen im Vorjahr knapp 60 Brautpaare in Anspruch.

Dies ist auch wirtschaftlich lukrativ. Vor allem die Gastronomie profitiert davon. "Wer in Grevenbroich getraut wird, feiert auch oftmals hier", sagt Wirtschaftsförderer Ulrich Held. Zudem finanzieren sich historische Gebäude der Stadt, wie etwa das Kloster Langwaden, "mithilfe von Hochzeiten, dem Biergarten und unseren Hotelzimmern", sagt Geschäftsführer Alois Seimetz,

"Die standesamtliche Hochzeit gewinnt immer mehr an Bedeutung", erklärt Scheffler. "Denn viele Paare sind aus der Kirche ausgetreten oder heiraten zum zweiten Mal. Dadurch sind die standesamtlichen Trauungen viel größer und bedeutender." Der neueste Trend ist die Open-Air-Trauung. Seit Juli 2011 dürfen Standesbeamte die Paare auch unter freiem Himmel trauen.

In Grevenbroich bietet dies das Schloss Hülchrath an. "60 Prozent unserer Hochzeitspaare wollen nun draußen heiraten", sagt Karsten Hermida, der die Feiern organisiert. "Das haben sie sich aus amerikanischen Filmen abgeschaut und finden es sehr romantisch", ergänzt Scheffler. Die Paare können sich an der Burgruine oder auf der Festwiese trauen lassen. Bei schlechtem Wetter kann die Hochzeitsgesellschaft in den "Hexenturm" ausweichen.

Gediegener geht es im Kloster Langwaden zu. 2011 heirateten dort 17 Paare . Für Alois Seimetz hat das Haus einen besonderen Charme. "Die dicken, rustikalen Mauern sind sehr symbolisch. Sie stehen für Langfristigkeit, das passt wunderbar zu einer frisch geschlossenen Ehe." Zudem liegt das Kloster — ebenso wie Schloss Hülchrath und Haus Hartmann — im Grünen. "Im Gegensatz zu anderen Städten wie etwa Neuss tritt das Brautpaar nicht auf eine Straße oder Platz, sondern ist direkt in einer Parkanlage", sagt Martin Scheffler.

Ende des Jahres soll es zudem möglich sein, im Museum zu heiraten. "Es ist nahezu beschlossen, dass in Zukunft auch in der Villa Erckens geheiratet werden kann", sagt Scheffler. Dadurch erhofft sich die Stadt noch weitere Brautpaare nach Grevenbroich zu locken.

(NGZ/rl/top)