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Grevenbroich: Haushaltsdefizit um 15,9 Millionen verringert

Grevenbroich : Haushaltsdefizit um 15,9 Millionen verringert

Die Haushaltslage der Stadt hat sich zwar in den vergangenen Monaten etwas entspannt, doch das Defizit ist immer noch hoch. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Finanzzwischenbericht von Monika Stirken-Hohmann bringen. Die Kämmerin erwartet eine Verbesserung von rund 15,9 Millionen Euro.

Im März hatte der Rat den Etat mit einem Minus von etwa 55,6 Millionen Euro verabschiedet. Nach der aktuellen Prognose wird das Defizit am Jahresende etwa 39,7 Millionen betragen. Hauptsächlicher Grund für diese Verbesserung: Gewerbesteuerzahlungen von insgesamt 49,9 Millionen Euro – immerhin 19,9 Millionen mehr als geplant. "Diese Entwicklung war vor allem auf nachträgliche Veranlagungen von zwei Großbetrieben zurückzuführen", sagte Stirken-Hohmann vor dem Rat.

Bedingt durch diese Mehreinnahmen erhöhte sich für die Stadt die Gewerbesteuerumlage sowie die Finanzierungsbeteiligung am Fonds Deutsche Einheit um etwa 4,1 Millionen Euro. Höher als ursprünglich veranschlagt fielen auch die Personalkosten im Rathaus aus. Hier ging die Kämmerin im Frühjahr von 32,5 Millionen Euro aus – durch eine Tariferhöhung um 3,5 Prozent stiegen diese Ausgaben um 400 000 Euro.

Dass sich die Haushaltslage verbessert hat, freut die Bürgermeisterin: "Das ist ein Hoffnungsschimmer. Doch leider ändert das nichts an unserem Status, wir bleiben Nothaushaltsgemeinde – ein Defizit von annähernd 40 Millionen Euro ist einfach zu hoch", sagt Kwasny. Der Landrat habe Politik und Verwaltung zwar dringend aufgefordert, sämtliche Sparmaßnahmen zu ergreifen, doch die Möglichkeiten ausgereizt: "Sicher, man kann alles verkaufen, doch damit lässt sich der Haushalt nicht sanieren", sagt Kwasny. Das Senken von Umlagen – etwa für den Kreis oder den Fonds Deutsche Einheit – würde der Stadt mehr helfen.

Kein Verzicht aufs Bad

Aus Spargründen auf ein neues Bad verzichten, möchte die Verwaltungschefin aber nicht: "Eine Stadt wie Grevenbroich braucht eine solche Einrichtung, alleine schon um das Schulschwimmen sicher zu stellen", sagt sie.

Da Vereinen und Verbänden schon vor langer Zeit die Zuschüsse gekürzt wurden, freut sich Ursula Kwasny vor allem über die vielen Initiativen aus der Bürgerschaft: "Ohne dieses Engagement würde in Grevenbroich vieles nicht laufen."

(NGZ)