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Grevenbroich: Hauptschüler erkunden den Tagebau

Grevenbroich : Hauptschüler erkunden den Tagebau

Mit dem Bus ging es gestern für 32 Schüler der Hans-Sachs-Hauptschule Orken durch den Tagebau Garzweiler. In der gigantischen Grube sammelten die Jugendlichen viele Informationen für das NGZ-Projekt "Schüler lesen Zeitung".

Mit großen Augen blickt Dennis Aman auf den gigantischen Schaufelradbagger 288 im Tagebau Garzweiler. Der 16-Jährige ist das erste Mal zu Besuch in der riesigen Grube — und die Ausmaße faszinieren ihn. Zusammen mit 31 Schülern der neunten und zehnten Klasse der Hans-Sachs-Hauptschule erkundete er gestern den Tagebau zwischen Grevenbroich und Jüchen. Am Ende verfassen alle Teilnehmer einen Bericht, denn der Besuch ist Teil des Projekts "Schüler lesen Zeitung" der NGZ in Zusammenarbeit mit RWE.

Vorbei an kilometerlangen Förderbändern bahnt sich der Bus seinen Weg durch den Tagebau. Zusammen mit ihren Lehrern Hans-Josef Schnitzler und Elisabeth Schwieren verlegten die Hauptschüler den Unterricht auf das Gelände des Energiekonzerns. "In Erdkunde hatten wir zuvor die Themen Braunkohle und Tagebau in der Region durchgenommen. So passt dieser Exkurs auch sehr gut in den Unterricht", sagt Schwieren, die mit ihrer Klasse seit drei Wochen an dem Zeitungs-Projekt teilnimmt.

Geleitet wird die Gruppe von Nicole Görn. Die Betreuerin führt seit acht Jahren — neben Studium und Beruf —Besuchergruppen über das Gelände, und sie kennt die Ecken, bei denen die Augen der Jugendlichen größer werden. So etwa beim ersten Blick in die knapp 200 Meter tiefe Grube oder bei der Präsentation der fünf Tonnen schweren Baggerschaufeln. Von denen ist auch Ilker-Deniz Erden (16) begeistert. Der Neukirchener war bereits als Grundschüler schon einmal im Tagebau. Dennoch ist er auch heute wieder von den Ausmaßen verblüfft. "Wie dieser riesige Bagger in diesem noch größeren Loch arbeitet — das ist schon faszinierend", sagt Erden, der eifrig Fotos mit seiner Handykamera schießt. Ein Teil der Schüler hatte bereits in der vergangenen Woche das Kraftwerk Niederaußem besucht. "Die Jugendlichen haben viel über die Stromerzeugung in unserer Region gelernt. Die Exkurse sind natürlich um einiges spannender, als in der Schule alles nur vom Blatt zu lernen", sagt Hans-Josef Schnitzler. In einem eigenen Artikel fassten die Schüler der Hans-Sachs-Hauptschule auch dieses Erlebnis zusammen. "Der Lerneffekt ist dadurch größer, da jeder noch einmal über das Erlebte nachdenkt. Durch die Niederschrift wird außerdem das Textverständnis gestärkt", erklärt der Lehrer.

Auch das Lesen der Zeitung ist seit Beginn des Projekts längst Teil des Unterrichts geworden. "Die Schüler studieren jeden Morgen eifrig die NGZ, viele nehmen die Zeitung natürlich auch mit nach Hause", sagt Elisabeth Schwieren.

(draxl)