Grevenbroich: Handel diskutiert über den Langen Donnerstag

Grevenbroich : Handel diskutiert über den Langen Donnerstag

Der Werbering will die Innenstadt attraktiver machen - und erinnert sich an eine Idee, die vor 25 Jahren entstand. Und Frequenz brachte.

Soll es wieder den "Langen Donnerstag" in der Fußgängerzone geben? Mit Ladenöffnungszeiten bis 22 Uhr? Diese Frage wird der Vorstand des Werberings in der nächsten Woche seinen Mitgliedern stellen. Vorsitzender Fred Schlangen möchte dann die Meinung der Grevenbroicher Einzelhändler abfragen. "Sollte es ein breites Interesse geben, werden wir das machen", sagte der Geschäftsmann auf Anfrage unserer Zeitung.

Heute entscheidet der Handel selbst, wie lange er seine Geschäfte öffnen möchte. Vor 25 Jahren war das anders: Montags bis freitags mussten die Läden um 18.30 Uhr dicht machen - bis dass am 5. Oktober 1989 das Ladenschlussgesetz gelockert wurde und der erste "Lange Donnerstag" stattfinden konnte. Einmal in der Woche durften die Händler fortan ihre Ladentüren bis 20.30 Uhr geöffnet halten. Auch die Grevenbroicher Geschäftsleute nahmen diese Gelegenheit wahr.

"Der ,Lange Donnerstag' hat in unserer Stadt sehr gut funktioniert", erinnert sich Fred Schlangen: "Die wichtigsten Läden nahmen teil, und die Kunden haben die um zwei Stunden verlängerte Öffnungszeit damals gerne angenommen." Heute schließen die Geschäfte in der Fußgängerzone von Montag bis Freitag spätestens um 19 Uhr ihre Türen, dann wird es zusehends menschenleer im Zentrum.

Grevenbroich ist da kein Einzelfall, meint Schlangen: "Auch in Großstädten sind Ladenöffnungszeiten, die über 20 Uhr hinausgehen, nur selten anzufinden." Ausnahmen seien die Lebensmittelmärkte, die auch in dieser Region vielfach ihre Türen erst um 22 Uhr schließen. Dass ein solches Modell in der Fußgängerzone funktionieren wird, glaubt Schlangen jedoch nicht - es fehle einerseits an der Kundenfrequenz, andererseits seien permanent längere Öffnungszeiten auch mit (Personal-)Kosten für die Geschäftsleute verbunden.

"Aber wir müssen etwas unternehmen, um unsere Innenstadt interessanter und erlebnisreicher zu gestalten - gerade auch mit Blick auf den immer stärker werdenden Druck durch den Internet-Versandhandel", meint Victor Goebbels vom Werbering. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen hat er einen "Strauß von Ideen" entwickelt, die mehr Schwung in die City bringen sollen - eine davon ist die Rückkehr des "Langen Donnerstags".

"Der muss nicht unbedingt jede Woche stattfinden, möglicherweise reicht auch einmal im Monat", sagt Goebbels, der nun gespannt auf die Meinung seiner Kollegen ist. Für Goebbels sind in diesem Zusammenhang zwei Dinge wichtig: "Zum einen sollten sich so viele Händler wie möglich beteiligen, zum anderen wird es nicht ausreichen, seine Tür nur zu öffnen. Da muss man sich für den Kunden etwas einfallen lassen", betont er.

Victor Goebbels erinnert in diesem Zusammenhang an Werbering-Aktionen wie das Sommernachts-Shopping. "Da wird den Leuten etwas geboten - und die Stadt ist voll." Ein "Langer Donnerstag", da ist er zuversichtlich, würde auch heute in Grevenbroich noch funktionieren.

(NGZ)
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