1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Halbzeit für Bürgermeisterin

Grevenbroich : Halbzeit für Bürgermeisterin

Die Hälfte ihrer Amtszeit liegt hinter der Bürgermeisterin. Ursula Kwasny zieht zufrieden Bilanz: Die Infrastruktur der Stadt ist seit 2009 weiter gestärkt worden, sagt sie. Nach Meinung der 59-Jährigen gibt es aber noch viel zu tun.

Im August 2009 wurde sie gewählt — nun zieht Bürgermeisterin Ursula Kwasny ihre Halbzeitbilanz. "Ich bin sehr zufrieden", resümiert die 59-Jährige. Kindergärten wurden gebaut, Schulen in Schuss gebracht, Wirtschaft und Wohnungsbau gefördert. Aber: "Es gibt noch viel zu tun", sagt die Neuratherin: "Auch über das Jahr 2015 hinaus." Deshalb will Ursula Kwasny bei der nächsten Kommunalwahl noch einmal antreten. "Meine Partei steht in dieser Frage hinter mir", weiß die CDU-Frau.

Ursula Kwasny versichert, dass sie ihren Job als Bürgermeisterin bisher gerne gemacht habe — auch dann, wenn die Wogen einmal höher geschlagen seien. "Dass das Amt kein leichtes ist, das wusste ich von Anfang an. Allerdings musste ich erst lernen, mit Anfeindungen zurecht zu kommen", gibt sie zu. Heute weiß die Verwaltungschefin: "Wenn es harte Kritik gibt, ist meist nicht die Person, sondern das Amt gemeint."

Ihre schwerste Stunde: Kurz nach Amtsantritt musste Kwasny eine langjährige Mitarbeiterin der Verwaltung entlassen, die städtische Gelder unterschlagen hatte. "Das war hart", gibt die 59-Jährige zu. Ebenso traf sie der Demonstrationszug von 400 Bürgern, die für den Erhalt der Erfthalle kämpften. "Dass das Gebäude abgerissen werden muss, tut mir als Bewohnerin des Grevenbroicher Südens wirklich in der Seele weh", gibt Ursula Kwasny zu: "Aber ich bin Bürgermeisterin von 24 Orten, und jeder ist mir gleich lieb."

Unter dem Strich hätte sie aber positive Erfahrungen während ihrer Amtszeit gemacht, erklärt die Bürgermeisterin. Und das gelte auch für die Zusammenarbeit mit den Beigeordneten, Dezernenten und Fachbereichsleitern im Rathaus: "Ich hatte nie das Gefühl, reingelegt zu werden.

Im Gegenteil: Hinter mit steht ein gutes Team, auf das ich mich verlassen kann." Nicht zuletzt bereite ihr auch die politische Arbeit im Rat viel Freude. "Sicherlich ist das bei sieben Fraktionen nicht immer ganz leicht", meint die Verwaltungschefin. Ihr Kunstgriff: Vor Sitzungen mit wichtigen Themen lädt sie die Vorsitzenden ein, um die Marschrichtung abzustimmen. "Das hat sich bewährt", meint Kwasny lächelnd.

Grevenbroich gehöre zwar nach wie vor zu den Nothaushaltskommunen im Land, doch die Stadt habe sich auch trotz finanzieller Probleme in den vergangenen Jahren gut entwickelt, urteilt die Bürgermeisterin. "Wir haben vor allem die Infrastruktur in Grevenbroich gestärkt. Und das wird in den nächsten Jahren fortgesetzt, etwa mit der Umsiedlung des Baubetriebshofes oder mit dem Bau eines neuen Schwimmbades", erklärt die 59-Jährige.

Auch den Ausbau des DSL-Netzes hält Kwasny für wichtig: "Vor allem Gewerbe und Industrie sind auf ein schnelles Internet angewiesen, das ist von großer Bedeutung." Allerdings, so die Bürgermeisterin, müsse die Stadt für den Breitband-Ausbau auch Geld in die Hand nehmen.

Wiederwahl vorausgesetzt, will Ursula Kwasny nach 2015 auch an der Erfüllung eines persönlichen Wunsches arbeiten. "Die Erft fließt mitten durch die Stadt, doch sie ist für die Grevenbroicher nur an wenigen Stellen zu sehen. Das ist eine Schande für den Fluss — und das möchte ich ändern", meint sie. Ihr großer Traum: eine Ufer-Promenade entlang der Karl-Oberbach-Straße — "so etwas könnte zu einem Erlebnis werden", meint Kwasny.

(NGZ)