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Grevenbroich/Mönchengladbach: Haftstrafe für Tankstellenräuber

Grevenbroich/Mönchengladbach : Haftstrafe für Tankstellenräuber

Fast genau ein Jahr nach dem Überfall auf die Tankstelle am Real-Supermarkt in Noithausen hat das Landgericht Mönchengladbach am Dienstag den zweiten der beiden Täter verurteilt. Ein 29-jähriger Mann muss für drei Jahre ins Gefängnis und in die Entzugsklinik.

Richter Helmut Hinz verhängte gegen den 29-jährigen Mann drei Jahre Gefängnis und ordnete zudem die Unterbringung in einer Drogenentzugsklinik an. Im Prozess hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und zugegeben, an dem Überfall auf die Tankstelle im Januar 2012 beteiligt gewesen zu sein. Allerdings war allen Verfahrensbeteiligten im Laufe des Prozesses klar geworden, dass er nicht die "treibende Kraft" bei der Tat gewesen sei.

Vielmehr hatte der drogen- und alkoholabhängige Mann nur für seinen bereits zu ebenfalls drei Jahren Gefängnis verurteilten Mittäter (NGZ berichtete) "Schmiere" gestanden. Den Haupttäter bezeichnete er im Prozess als "großen Bruder". Beide hätten zur Tatzeit gemeinsam Drogen konsumiert und Alkohol getrunken.

Der zuständige Staatsanwalt sagte, der Fall sei als schwere räuberische Erpressung in einem minderschweren Fall zu werten. Der gestern Verurteilte habe weder die Idee gehabt, den Überfall zu begehen, noch habe er den größeren Tatbeitrag geleistet. Allerdings dürfe man die schlimmen Folgen für die Tankstellenangestellte nicht vergessen. Die Frau sei wochenlang arbeitsunfähig gewesen. Das unterstrich auch Nebenklage-Anwalt Bernd Neunzig. "Es geht hier darum, dem Angeklagten in aller Deutlichkeit zu zeigen, was er gemacht hat", so der Kölner Anwalt. "Es war ein Überfall, bei dem sogar geschossen wurde."

Richter Helmut Hinz verurteilte den Angeklagten am Ende zu drei Jahren Haft und lag damit sogar noch über dem Antrag des Staatsanwaltes, der zwei Jahre und vier Monate für ausreichend gehalten hatte. Gleichzeitig ordnete das Gericht auch die Unterbringung in einer Therapieanstalt an. In der Therapie soll er nun lernen, ohne Alkohol und Drogen zu leben. "Er will diese Chance nutzen und anschließend ein straffreies Leben führen und eine Lehre aus Schlosser machen", so Verteidiger Hans-Georg Kroll.

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