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Grevenbroich: GWG wird zum Stadtwerk

Grevenbroich : GWG wird zum Stadtwerk

Das Gas- und Wasserwerk (GWG) wird am 1. Januar 2013 zum Stadtwerk. Das Unternehmen wird dann ganz Grevenbroich mit Gas, Wasser und Strom beliefern. Die notwendigen Verträge wurden jetzt unterzeichnet.

Nach etwa zwei Jahren ist das europaweite Ausschreibungsverfahren um die Stromkonzession in Grevenbroich beendet worden. Das Gas- und Wasserwerk ging als Sieger aus dem Rennen, es legte das günstigste Angebot vor. Mitbewerber war nach NGZ-Informationen der Energie-Riese RWE, er unterlag dem Grevenbroicher Unternehmen, an dem die Stadt einen Anteil von 40 Prozent hält. "Damit werden wir im nächsten Jahr zu einem Stadtwerk", sagt GWG-Geschäftsführer Willi Peitz: "Die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom liegt ab dem 1. Januar in unserer Hand – das wird uns stärken."

Drei Sparten in einer Hand: Nach dem Abschluss der Konzessionsverträge wird das GWG in den nächsten 20 Jahren die Stadt Grevenbroich mit Strom versorgen – ebenso mit Gas und Wasser. Foto: H. Jazyk (2)/M. Reuter (1)

Bisher war das Gas- und Wasserwerk lediglich für einen Teil der Stromversorgung im Stadtgebiet zuständig. Künftig wird GWG auch für Energie an der Grevenbroicher Peripherie sorgen – also in Hemmerden, Kapellen, Neukirchen, Hülchrath und den benachbarten kleineren Orten. "Die Versorgung wurde dort bislang von RWE übernommen", sagt Peitz: "Wir treten jetzt in die Verhandlungen mit dem Betreiber, um dessen Netze zu kaufen." Der Geschäftsführer rechnet damit, dass Nieder- und Mittelspannungsleitungen mit einer Gesamtlänge von etwa 250 Kilometern erworben werden müssen. Über Kosten will Peitz nicht sprechen.

Foto: Jazyk, Hans

Die Konzessionsverträge, die über 20 Jahre abgeschlossen wurden, hat der GWG-Geschäftsführer mit Bürgermeisterin Ursula Kwasny im Rathaus unterzeichnet. Die Verwaltungschefin geht davon aus, dass sich durch die künftige Zusammenarbeit mit dem Versorger auch Synergieeffekte einstellen werden: "Etwa beim Ausbau des Breitbandnetzes – denn wir haben noch große Versorgungslücken bei den DSL-Verbindungen, etwa im Industriegebiet Ost sowie in Barrenstein und in Allrath", so Kwasny.

Von der "Versorgung aus einer Hand" sollen möglichst viele Bürger profitieren – darauf hofft Horst Gerbrand (SPD). "Das Unternehmen wird sich vor dem Hintergrund eines immer härter werdenden Wettbewerbs in den Sparten Strom und Gas entsprechend aufstellen müssen", sagt der Fraktionsvorsitzende und meint: "Ich gehe davon aus, dass sich das auch auf die Preise niederschlagen wird." Ähnlich argumentiert CDU-Fraktionschef Norbert Gand, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des GWG ist: "Das Gas- und Wasserwerk muss konkurrenzfähig und damit preiswert sein", meint er: "Denn der Verbraucher macht Preisvergleiche und bezieht Strom und Gas dort, wo es am günstigsten ist."

Den GWG-Anteil von 40 Prozent hält die Stadtentwicklungsgesellschaft, die restlichen 60 Prozent die NEW AG, eine Tochter der Stadt Mönchengladbach und RWE.

(NGZ)