Grevenbroich: GWG steigt jetzt in die Windkraft ein

Grevenbroich: GWG steigt jetzt in die Windkraft ein

Auf der Vollrather Höhe war gestern Baustart für das erste Windrad des Gas- und Wasserwerks und von "NEW Re". Weitere sind geplant.

Wind gab's gestern reichlich auf der Vollrather Höhe — die Rotoren der Windräder dort oben drehten sich schnell. Bald soll ein weiteres, 150 Meter hohes Windkraftrad die anderen überragen: Das Gas- und Wasserwerk Grevenbroich (GWG) steigt mit der Anlage vom Typ Enercon E 82 mit 2,3 Megawatt Leistung in die Windkraft ein. "Die Bundeshauptstadt für Energie wird vor allem mit den Braunkohlekraftwerken in Verbindung gebracht. Wir wollen zeigen, dass Grevenbroich auch für erneuerbare Energien ein guter Standort ist. Die Windausbeute etwa hier auf der Vollrather Höhe ist sehr gut", sagte GWG-Geschäftsführer Willi Peitz beim Ersten Spatenstich für die 3,6-Millionen-Euro-Investition.

Ab Februar soll das Windrad jährlich 5,4 Millionen Kilowattstunden ins Stromnetz einspeisen — das entspricht dem Verbrauch von etwa 1600 Privathaushalten. Bauherr ist nicht GWG selbst — das Unternehmen ist mit 20 Prozent bei der 2008 gegründeten "NEW Re" GmbH eingestiegen. In der werden die Aktivitäten der GWG-Mutter NEW (Niederrhein Energie und Wasser) für Windkraft, Photovoltaik und Biomasse gebündelt. Das Ziel: Der Anteil der Stromlieferung aus erneuerbaren Energien soll im NEW-Einzugsbereich — Mönchengladbach, Kreis Heinsberg, Teile des Kreises Viersen und Grevenbroich — von zehn auf 35 Prozent steigen. "In den kommenden fünf bis zehn Jahren wollen wir bis zu 100 Millionen Euro in die regenerativen Energien investieren", erklärte NEW Re-Geschäftsführer Markus Palic.

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Nach dem ersten Windrad, für das "NEW Re" mit einem Planungsbüro kooperiert, gibt's Pläne für 30 weitere Anlagen. In Grevenbroich plant "NEW Re" weitere fünf bis sieben Windräder. Darunter befindet sich auch ein Bürger-Windrad. Bürger können Anteile erwerben und erhalten dafür eine Verzinsung.

Standorte stehen noch nicht fest: "Wir warten erst ein Gutachten der Stadt ab, dann steigen wir in die Planung ein", erklärt Peitz. Die Stadt lässt von einem Fachbüro prüfen, wo geeignete Flächen für die Konzentration von Windrädern sind. "Mit dem Ergebnis rechnen wir Ende des Jahres", so Rathaus-Sprecher Andreas Sterken. Norbert Gand, CDU-Fraktionschef und GWG-Aufsichtsratsvorsitzender, hält zudem eine "Koordination mit Nachbarkommunen" für nötig, er verweist auf etliche kurz hinter den Stadtgrenzen geplante oder im Bau befindliche Windräder in Jüchen, Korschenbroich und Bedburg. Zugleich betont Gand, dass auch die Stadt von der NEW-Investition in erneuerbare Energien profitiert. Grevenbroich hält nämlich über die Stadtentwicklungsgesellschaft 40 Prozent der GWG-Anteile und wird an den Gewinnen beteiligt.

(NGZ/rl)
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