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Grevenbroich: GWG erhöht den Strompreis

Grevenbroich : GWG erhöht den Strompreis

Zum 1. Januar 2013 steigen die Strompreise. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3400 Kilowattstunden zahlt pro Monat elf Euro mehr. Als zentraler Grund wird die Energiewende genannt.

Die Energiewende wird immer deutlicher spürbar — vor allem im Portemonnaie der Bürger. Ab dem 1. Januar 2013 müssen Stromkunden des Gas- und Wasserwerks Grevenbroich (GWG) beziehungsweise der NEW (ehemals: NVV) mehr zahlen. Das teilten die Unternehmen gestern in der GWG-Zentrale an der Nordstraße mit.

Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3400 Kilowattstunden muss mit einer monatlichen Erhöhung der Stromrechnung um rund elf Euro rechnen. Das entspricht einer Steigerung von 16 Prozent. Die Erhöhung bezieht sich auf alle Tarife und umfasst alle Stromkunden der NEW-Unternehmensgruppe, zu der auch das GWG gehört.

Kai-Oliver Dubben von der NEW begründete die steigenden Strompreise im Wesentlichen mit der Energiewende. Für die zunehmenden Kosten sorgen zum Beispiel die Erhöhung der gesetzlichen EEG-Umlage, teurere Netznutzungsentgelte sowie die neue Offshore-Haftungsumlage, die zum Jahreswechsel eingeführt werden soll.

"Diese Kosten treffen jedes Unternehmen, das in Grevenbroich Strom anbieten möchte", erklärte Dubben. Die EEG-Umlage zum Ausbau der erneuerbaren Energien steigt zum Beispiel von derzeit rund 4,3 Cent auf 6,3 Cent pro Kilowattstunde.

Insgesamt steigt der Anteil der staatlich regulierten Preisbestandteile auf 70 Prozent. Rund 50 Prozent machen die EEG-Umlage sowie weitere Abgaben und Steuern aus. Dazu zählt auch die geplante Offshore-Haftungsumlage. Mit dieser sollen Schadensersatzansprüche für eine verzögerte oder gestörte Netzanbindung ausgeglichen werden — und so die Haftungsrisiken der Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen minimiert werden. "Für Strom, der nicht produziert wird, kann der Betreiber also eine Entschädigung erhalten", meint Dubben.

Ralf Poll, Geschäftsführer der NEW Vertriebsgesellschaft, stellt klar: "Die Energiewende ist politisch gewollt, kostet die Allgemeinheit aber sehr viel Geld." Dies sei eine "unangenehme Botschaft, die die Politik den Verbrauchern übermitteln müsste". Dubben betont, dass nur noch 30 Prozent des Strompreises auf Strombeschaffung und Vertrieb entfallen.

Die NEW wird alle Kunden im November anschreiben und über die steigenden Preise informieren. Zudem erhalten sie ein Festpreisangebot bis zum 31. Dezember 2014. Von den 23 000 Stromkunden in der Schlossstadt beziehen 21 800 das Standardprodukt NEW-Strom.

GWG-Geschäftsführer Willi Peitz nutzte die Gelegenheit zudem, um vor dubiosen Haustürgeschäften zu warnen. Immer wieder seien falsche Stadtwerker unterwegs.

(NGZ/rl)