Grevenbroich: Gunter Schillings neuer Chef der Innenstadt-SPD

Grevenbroich : Gunter Schillings neuer Chef der Innenstadt-SPD

Der SPD-Ortsverein Grevenbroich steht unter neuer Leitung: Gunter Schillings hat jetzt das Ruder übernommen. Seine Vorgängerin Martina Suermann stellte sich nicht mehr zur Wahl – obwohl sie es ursprünglich vorhatte. Angeblich zog sie zurück, weil sich Mitglieder des Ortsvereins hinter ihrem Rücken für eine neue Führungsspitze stark gemacht haben sollen.

Die für kritische Äußerungen bekannte Ratsfrau will sich dazu nicht äußern. Nur so viel: "Ich bin sehr betroffen, weil ich aus meiner Sicht eine gute Arbeit für die Partei gemacht habe." Über ihre weitere Zukunft in der SPD hat Suermann noch nicht entschieden: "Ich werde mich wohl zwangsläufig zurückziehen", meinte sie. .

Gunter Schillings, der seit 2004 das SPD-Parteibuch hat, war nicht der einzige Kandidat für den Vorstandsposten im Grevenbroicher Ortsverein. Auch Walter Balzereit stellte sich – auf Vorschlag der Versammlung – der Wahl. Der Laacher erhielt zehn, Schillings 14 Stimmen. Es gab zwei Enthaltungen.

Der neue Vorsitzende hatte bislang als Mitgliederbeauftragter und Beisitzer im Vorstand gearbeitet, zugleich agiert der 44-Jährige als Vize-Vorsitzender im SPD-Stadtverband. Beruflich ist der verheiratete Vater von zwei Kindern als Fachtechniker bei RWE tätig. Als Sachkundiger Bürger setzt er sich für Schul- und Jugendpolitik ein.

Zum Kandidatur-Verzicht seiner Vorgängerin erklärt Schillings: "Martina Suermann – die gute Arbeit geleistet hat – ist gefragt worden, ob sie wieder antritt. Als sie ,nein' gesagt hat, haben wir überlegt, wer kandidieren soll."

Mit Martina Suermann hat eine weitere Frau eine Spitzenposition in der Grevenbroicher SPD verloren. Namhafte Ämter werden nahezu ausschließlich von Männern bekleidet: Klaus Krützen ist Kreisvorsitzender, Daniel Rinkert leitet die Stadt-Partei, Horst Gerbrand ist Fraktionschef, Edmund Feuster stellvertretender Bürgermeister.

Passt das mit der Frauenquote von 40 Prozent zusammen, die von der SPD im Jahr 1988 beschlossen wurde? Stadtverbandschef Daniel Rinkert sieht hier keine Probleme: "Wenn sich keine Frau aktiv für die Kandidatur um ein wichtiges Amt meldet, muss die Quote nicht erfüllt werden", meint er. Zur Frage, ob Martina Suermann aus ihrem Amt gedrängt wurde, wollte sich Rinkert nicht äußern: "Dazu kann ich nichts sagen."

(NGZ)
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