1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grundschulen in Grevenbroich vor Umbruch

Schule und Bildung in Grevenbroich : Generationswechsel an Grundschulen

Ruth Hennen, Erika Voets und Veronika Majehrke-Feldmann werden jetzt als Schulleiterinnen verabschiedet.Die drei Frauen leiten damit an ihren Schulen Generationswechsel zum neuen Grundschuljahr, das im August beginnt, ein.

Die Schule von morgen steht in der Schlossstadt an drei Adressen bevor. Weil die bisherigen Schulleiterinnen an den Einrichtungen GGS Erich Kästner-Schule, der katholischen Grundschule St. Martin sowie der GGS Erftaue jetzt pensioniert werden, treten junge Kollegen die Nachfolge an. Jedenfalls, wenn alles nach Plan läuft.

„Ich kann die Schulleitung nicht einfach übergeben“, sagt Erika Voets (65), die sich nun von der GGS Erftaue verabschiedet. Die Personaldecke sei im Sektor Grundschullehrer dünn, die Schulbehörde ist zuständig für die Nachbesetzung und an der Gustorfer Schule kommt zum 1. August Nicola Eßer als Konrektorin. Ob die bisherige kommissarische Konrektorin Ute Tives-Voigts sich auf den Posten als Leiterin bewirbt, „nehme ich an“, sagt Demnächst-Pensionärin Voits. An der Erich Kästner-Schule scheint alles klar: Ruth Hennen (64) verabschiedet sich, René Sell wird kommissarischer Schulleiter. Und Veronika Majehrke-Feldmann (65) sagt: „Konrektor David Noya wird die kommissarische Leitung übernehmen. Die Stelle wird ausgeschrieben.“

  • Ein Plätzchen im Schatten: Niklas Salzmann
    Naherholung im Grevenbroicher Norden : So wird der strategische Bahndamm
  • Die OGS-Gebühren sollen nach Einkommen gestaffelt
    Schule in Grevenbroich : Ausschuss gründet neuen Arbeitskreis für OGS-Beiträge
  • Einsatzkräfte der Feuerwehr suchen mit Tauchern,
    Vermisste Mädchen in Duisburg : Tod bei Rheinkilometer 789

Alle drei Ruheständlerinnen in spe waren „mit Leib und Seele“ Beruf und Aufgaben verbunden. „Ich bin dankbar dafür, 42 Jahre eine Arbeit zu tun, die ich liebe“, beschreibt Ruth Hennen das, was Kollegin Erika Voets als „das war nie ein Job. Das war eine Berufung. Und das hat sich nie verändert“ umreißt. „Es hat sich sehr viel im Verlauf der Jahre verändert und entwickelt“, skizziert Veronika Majehrke-Feldmann Bildungs- und Betreuungskonzepte. Vieles davon sei „wirksam und gut für die Kinder“, sagen alle drei unisono, manches bloß theoretisch toll, weil es in der Praxis vor allem an finanziellen Mitteln scheitert – wofür exemplarisch das noch ausbaufähige Konzept der Betreuung im Offenen Ganztag, kurz Ogata, steht. Strahlende Augen bekommen alle drei, wenn sie über das, was ihnen am wichtigsten ist, sprechen: nämlich die Kinder. „Schule ist gemeinsames Lernen“, sagt Ruth Hennen über das „alle gesellschaftlichen Schichten umfassende“ Konzept.  Das sei in vergangenen Jahren nicht immer leichter geworden, wie Erika Voets ergänzt, „manche Eltern scheinen anzunehmen, Schule übernimmt alle Aufgaben und sie müssten nichts tun“. Aber nicht nur das demonstrative Desinteresse mancher Erziehenden irritiert die drei Schulleiterinnen, auch die unterstützenden finanziellen Mittel  flössen zu spärlich. „Aktuell ganz schlimm finde ich die Kürzungen bei den Reinigungsarbeiten“, gibt Veronika Majehrke-Feldmann ein Beispiel. „Das ist eine Geringschätzung den Kindern gegenüber“, denn in Sachen Ordnung und Sauberkeit bedeutet die Sparmaßnahme eine kleine Katastrophe. Sich um die zuweilen ausufernden bürokratischen Tätigkeiten zukünftig nicht mehr kümmern zu müssen, freut alle drei. „Am meisten freue ich mich darauf, Zeit zu haben“, sagt Veronika Majehrke-Feldmann - und beide Kolleginnen stimmen ihr zu. Einem bleiben sie sicher treu: ihrem Lieblingsthema Kinder – zukünftig wollen sie sich vor allem um die eigenen Enkelkinder kümmern.