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Grevenbroich: Grüne wollen auch die Zeltwirte zur Kasse bitten

Grevenbroich : Grüne wollen auch die Zeltwirte zur Kasse bitten

Die Zeltwirte sollen bei Schützenfesten und Kirmessen in Grevenbroich auch künftig keine Standgelder an die Stadt zahlen. Das machte Bürgermeisterin Ursula Kwasny jetzt gegenüber dem Hauptausschuss deutlich – obwohl der Stadt damit jährlich rund 50 000 Euro an Einnahmen entgehen würden. Die Bündnisgrünen protestierten gegen dieses Verfahren.

"Ich bin mal gespannt, was der Landrat dazu sagen wird, wenn die Stadt einfach 50 000 Euro verschenkt", meinte Fraktionsvorsitzender Dirk Gawlinski mit einem Blick auf die Grevenbroicher Haushaltssituation. Sollte Hans-Jürgen Petrauschke als Leiter der kommunalen Finanzaufsicht hier nicht selber tätig werden, wollen ihn die Grünen schriftlich benachrichtigen. "Denn wir sind der Meinung, dass auch die Zeltwirte die sogenannten Marktstandsgelder zu zahlen haben", betonte Gawlinski.

Die Grünen waren die einzigen, die ihr Veto einlegten – der Hauptausschuss beschloss, weiter wie bisher zu verfahren.

Warum die Stadt die Zeltwirte nicht zur Kasse bittet: "Sie leisten einen großen Beitrag für den Erhalt des heimischen Brauchtums und unterstützen die Vereine bei ihrer großen Aufgabe", erläutert Rathaussprecher Andreas Sterken. Von daher würde die Verwaltung schon seit geraumer Zeit auf Standgebühren der Wirte verzichten.

Hauptsächlich ging es bei der Diskussion um die Gebühren für die Schausteller, die in diesem Jahr nicht erhöht werden sollen. Der Stadt sei hier im vergangenen Jahr lediglich ein Defizit von rund 580 Euro entstanden, erklärte Kwasny. Etwas höher fiel dieser Betrag allerdings im Bereich der Wochenmärkte aus, dort nahm die Stadt im Vorjahr etwa 1650 Euro weniger ein. Die Verwaltung schlug vor, hier die Entwicklung in diesem Jahr abzuwarten. Verschlechtere sich die Situation, soll – nach einer Senkung in 2011 – über höhere Gebühren nachgedacht werden.

(wilp)