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Grevenbroich: Grüne: Stadt soll Parkgebühren auf dem Platz der Republik kassieren

Grevenbroich : Grüne: Stadt soll Parkgebühren auf dem Platz der Republik kassieren

Bürgermeisterin Ursula Kwasny hat sämtliche Dezernate im Rathaus angewiesen, ihr Sparvorschläge zu unterbreiten. Sie sollen aktiv mitwirken, um den maroden Stadthaushalt zu sanieren. Vor diesem Hintergrund haben die Grünen am Dienstag an die Verantwortlichen der Stadt appelliert, dabei auch die Parkraum-Bewirtschaftung in der Grevenbroicher Innenstadt zu prüfen. Dort liege das Geld buchstäblich auf der Straße.

Ratsherr Dieter Dorok wiederholte damit bereits eine seit Jahren von der Öko-Partei gestellte Forderung: "Es kann nicht sein, dass die Stadt eine solch große Fläche wie den Platz der Republik einfach verschenkt. Er verursacht nur Kosten, bringt aber keine Erträge ein." Die Stadt müsse jede sinnvolle Möglichkeit nutzen, um ihre Einkommenslage zu verbessern, argumentiert er.

Die Stadtverwaltung lehnte bisher eine Bewirtschaftung des Platzes der Republik ab — auch, weil zahlreiche Mitarbeiter dort werktags ihre Autos abstellen. Das ist nach Meinung der Bündnisgrünen aber das geringste Problem: "Die Bediensteten der Stadt sollten eine Art Firmenticket erhalten, um die Stellflächen nutzen zu können", schlägt Dieter Dorok vor. Der Ratsherr richtet hierbei auch den Blick auf die Nachbargemeinde Jüchen: Dort hat Bürgermeister Harald Zillikens seinen Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, für zehn Euro im Monat einen Parkplatz vor dem Rathaus zu mieten. "Ähnliches könnte ich mir auch für den Platz der Republik vorstellen", so Dorok.

Aber nicht nur dort, sondern auch im Bahnhofsviertel gibt es nach Ansicht der Bündnisgrünen noch eine große Anzahl von freien Stellflächen, die mit Hilfe von Parkscheinautomaten bewirtschaftet werden könnten. "Mit diesen Dingen muss sich die Verwaltung beschäftigen", meint Dieter Dorok.

Der Werbering hat bisher Gebühren auf dem Platz der Republik abgelehnt, da er ein kostenloses Parken in Nähe der Fußgängerzone begrüßt — auch mit Blick auf die Konkurrenz des Rheinparkcenters in Neuss, das mit vielen gebührenfreien Stellplätzen lockt. Der Bund der Steuerzahler hingegen hatte vor zwei Jahren kritisiert, dass Grevenbroich zu wenig an Parkgebühren einnimmt. Die Schlossstadt kassiert jährlich rund 167 000 Euro, das etwa gleich große Dormagen nimmt mehr als das Doppelte ein.

(wilp)