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Grevenbroich: Grüne gegen Gewächshauspark

Grevenbroich : Grüne gegen Gewächshauspark

Am Kraftwerk Neurath soll eines der größten Gewächshäuser in der Region entstehen – unter elf Hektar Glas sollen Tomaten gedeihen. Gestern Abend gab der Rat für den städtebaulichen Vertrag mit RWE Power grünes Licht – gegen die Stimmen der Grünen.

Am Kraftwerk Neurath soll eines der größten Gewächshäuser in der Region entstehen — unter elf Hektar Glas sollen Tomaten gedeihen. Gestern Abend gab der Rat für den städtebaulichen Vertrag mit RWE Power grünes Licht — gegen die Stimmen der Grünen.

Grünen-Ratsherr Dieter Dorok mag Tomaten — "mit Käse überbacken" — doch er übt heftige Kritik am ökologischen Ausgleich für das Projekt: "Vorgesehen ist nur ein Drittel der Ausgleichsmaßnahmen, wie sie sonst üblich sind", meint er. "Begründet wird das etwa damit, dass der Gewächshauspark nur voraussichtlich 25 Jahre betrieben wird und dann ein Rückbau erfolgen soll. Das Gelände wird aber erst einmal planiert. Solange der Gewächshauspark steht, ist der Boden quasi tot, muss wiederbelebt werden", so Grünen-Politiker Dorok. "Für mich kommen die Berechnungen einer Subvention gleich." Er spricht von "grob fehlerhaften Ausgleichsberechnungen, ich werde mich an die Bezirksregierung wenden."

Ganz anders sieht das Stadtsprecher Andreas Sterken: "Der mit dem Projekt verbundene Eingriff in die Natur wurde durch ein Fachgutachten bewertet, der Ausgleich mit den Fachbehörden abgestimmt."

Details schildert Landschaftsarchitekt Peter Smeets vom Gutachterbüro. "Die Ermittlung des Ausgleichs erfolgt, wie üblich, nach einer Einzelfallprüfung. Bei dem Areal für den Gewächshauspark handelt es sich nicht etwa um eine natürliche Landschaft — sondern größtenteils um ein früheres Tagebaugebiet, das landwirtschaftlich genutzt wird. Darüber hinaus hat die Bezirksregierung Wert darauf gelegt, dass nach einer Aufgabe des Gewächshausparks wieder Äcker entstehen können." Als Nutzungsdauer werden im Vertrag 25 Jahre zugrunde gelegt, für den Rückbau soll sich im Vertrag RWE Power als Vorhabenträger verpflichten.

Peter Smeets betont auch die Bedeutung der geplanten Ausgleichsprojekte: "Unter anderem soll auf der Neurather Höhe ein Böschungsbereich mit vielen Orchideen entwickelt werden. Dieses Vorkommen ist ein Glücksfall für Grevenbroich. Wird es nicht gepflegt, verschwinden die Orchideen wieder."

(dhk)