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Grevenbroich: Grüne fordern schnellen Abriss des alten Kraftwerks

Grevenbroich : Grüne fordern schnellen Abriss des alten Kraftwerks

Laut Auskunft von RWE Power wird es mehr als fünf Jahre dauern, bis die Anlage in Frimmersdorf abgerissen ist.

Die letzten 150-Megawatt-Blöcke gingen zum Jahreswechsel in Frimmersdorf vom Netz, nun hat RWE Power mit dem Rückbau der alten Anlagen begonnen. Der Abriss wird schrittweise vorgenommen und dauert voraussichtlich mehr als fünf Jahre. Das erklärte Kraftwerksdirektor Eberhard Uhlig jetzt vor den Mitgliedern des Planungsausschusses.

RWE Power hat ein Projektteam eingesetzt, das den Rückbau koordiniert. Ein Abriss in einem Rutsch sei allerdings nicht möglich, betonte Eberhard Uhlig, es müsse selektiv vorgegangen werden. Denn im gesamten Trakt der Altanlagen befinde sich eine Reihe von Leitungssystem, die für den Betrieb der beiden übrig gebliebenen 300-Megawatt-Blöcke "Paula" und "Quelle" benötigt würden – und das dauere seine Zeit. Momentan werden die Ausschreibungen für den Abbau von Turbinen vorbereitet, einige Transformatoren seinen bereits demontiert worden. Darüber hinaus sollen kurzfristig vier von etwa 25 stillgelegten Kühltürmen abgerissen werden. "Bei dieser Gelegenheit wollen wir erste Erfahrungen sammeln, wie der weitere Rückbau realisiert werden kann", so Uhlig.

Der Planungsausschuss hatte sich zu einem Ortstermin im Kraftwerk Frimmersdorf getroffen, nachdem die Grünen einen zügigen Abriss der abgeschalteten 150-MW-Blöcke gefordert hatten. Fraktionsvorsitzender Dirk Gawlinski argumentierte: "Die jetzige Kraftwerksleistung ist auf 25 Prozent reduziert worden. Größte Teile des Braunkohlekraftwerks und des Kraftwerksgeländes werden nicht mehr benötigt." Denn die neue BoA in Neurath biete mehr Stromerzeugungskapazitäten. Die frei werdende Fläche solle nach Meinung der Öko-Partei für die Ansiedlung von nicht störendem Gewerbe genutzt werden.

Diese Forderung war anschließend Thema der Ausschusssitzung. Dirk Gawlinksi zeigte sich zunächst zufrieden, er "grundlegend informiert" worden zu sein. Karl-Heinz Wolf (FDP) kritisierte daraufhin den Grünen-Antrag als "überflüssig und nicht durchdacht" – eine Einschätzung, die Gawlinski so nicht im Raum stehen lassen wollte. Er entgegnete: "Wir halten diese Forderung generell aufrecht und sind zufrieden, "dass RWE schon mit dem Abriss begonnen hat".

Bei dem Besuch der Planungspolitiker im Kraftwerk war Eberhard Uhlig auch auf die wirtschaftliche Situation des Betriebs eingegangen. Frimmersdorf steht zurzeit unter Beobachtung des RWE-Konzerns, da die beiden 300-Megawatt-Blöcke ihre Vollkosten nicht mehr einfahren. "Wir setzen alles daran, diese Anlagen zu optimieren, damit sie auch weiterhin stabil weitergeführt werden können", sagte der Kraftwerksdirektor.

(wilp/busch-)