Auf der Gustofer Höhe sammelt sich der Dreck: Grillplatz in Müllhalde verwandelt

Auf der Gustofer Höhe sammelt sich der Dreck : Grillplatz in Müllhalde verwandelt

Von Wiljo Piel

Einfach eklig: Die Grillhütte auf der Gustorfer Höhe gleicht einem Müllabladeplatz. Rundherum liegen Abfälle und Speisereste verstreut - Zeugen nächtlicher Gelage und Tummelplatz für allerlei Ungeziefer. Die UWG machte am Montag auf diesen "Schandfleck" aufmerksam, Vorsitzende Hildegard Florack forderte die Stadtverwaltung zu Aufräumarbeiten auf. Rund um die ehemalige Gustorfer Grillhütte sieht es aus wie auf einer Müllhalde. Unbekannte haben dort in großen Mengen ihren Abfall hinterlassen. Die UWG vermutet hier eine "Brutstätte für Ungeziefer". NGZ-Foto: L. Berns --->

Umweltfrevel wie dieser sind in Grevenbroich kein Einzelfall. Vor einigen Jahren fiel die weitab vom Ort gelegene Grillhütte unbekannten Brandstiftern zum Opfer. Das Blockhaus fackelte bis aufs Fundament ab, die verkohlten Überreste stehen noch heute. Nach wie vor wird der Platz aber zum Grillen genutzt, was deutlich zu sehen ist: Lebensmittelreste, Leergut, Porzellan, Textilien und Dosen liegen im 50-Meter-Radius um die ehemalige Hütte verstreut, im Gebüsch stapelt sich der Müll in Plastiktüten, ein Einkaufswagen liegt im Gestrüpp, jemand hat einen der Holztische zum Bett umfunktioniert, ihn mit einem blauen Spannbettlaken und einem Kopfkissen ausgestattet.

"Das ganze macht einen außerordentlich unappetitlichen Eindruck", urteilt Hildegard Florack, die sich mit ihren Fraktionskollegen nach Beschwerden aus der Gustorfer Bürgerschaft auf die Gustorfer Höhe begeben hat. Die UWG'ler fotografierten den Unrat, die Aufnahmen wurden am Montag in einer Dokumentenmappe an Bürgermeister Axel Prümm übergeben. Er soll sich nun darum kümmern, dass der Müll entsorgt wird. "Hier entsteht sonst eine Brutstätte für Ungeziefer und sonstige Krankheitsüberträger", befürchtet Hildegard Florack.

Da das Gelände als Naherholungsgebiet genutzt und vermehrt von Besuchern des ADAC-Fahrsicherheitszentrums, des Segelflugplatzes und des Energiepfades besucht wird, bat sie "um die umgehende Beseitigung dieses extremen Schandflecks". Und: Prümm soll "geeignete Maßnahmen einleiten, damit sich solche unerträglichen Zustände nicht wiederholen". Für die Mitarbeiter aus dem Rathaus sind wilde Müllkippen wie diese kein Einzelfall. Davon weiß der städtische Umweltschutzbeauftragte Norbert Wolf ein (trauriges Lied) zu singen.

Vor allem, weil das Entsorgen des Abfalls, der von rücksichtslosen Zeitgenossen in der Natur abgekippt wurde, recht kostspielig ist. Alleine im vergangenen Jahr schlug dieser Posten mit 26 600 Euro im Haushalt zu Buche - bei insgesamt 116 Fällen. In 2003 waren es 19 800 Euro für 145 Müllbeseitigungen. "Die Kosten variieren je nach Schwere des Umweltfrevels. Die Entsorgung von Altöl, das unter Hochtemperaturen verbrannt werden muss, ist natürlich ungleich teurer als das Abholen von Müllsäcken, die im Wald abgestellt wurden", so Wolf.

Ganz zu schweigen von zahlreichen asbesthaltigen Eternitplatten, die ebenfalls im Stadtgebiet bei Nacht und Nebel abgekippt wurden. "Das Motiv dieser Leute ist mir ein Rätsel. Schließlich ist die Abfallwirtschaft mit ihren unterschiedlichsten Möglichkeiten gut organisiert. Sperrige Abfälle werden sogar nach individueller Terminabsprache gleich vor der Haustüre abgeholt", erklärt Wolf: "Warum da noch wilde Müllkippen angelegt werden - keine Ahnung." Laut Bußgeldkatalog werden Umweltfrevler mit Beträgen zwischen 150 und 300 Euro zur Kasse gebeten, bei größeren Vergehen wie das Abkippen von Eternitplatten könnte im Extremfall auch der Staatsanwalt an die Türe klopfen, da es sich hierbei um umweltgefährdende Abfallentsorgung handelt.

Aber: Die Täter sind nur schwer zu fassen, die Ermittlungsquote ist recht niedrig. "Wir sind hierbei dringend auf Tipps aus der Bevölkerung angewiesen", so Wolf. Das gilt auch für die Gustorfer Höhe und für die Frimmersdorfer Höhe, auf der am Montag noch ein Elektroherd entdeckt wurde, der dort rein gar nichts zu suchen hat.

(NGZ)
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