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Grillen in Grevenbroich: Das sind die Trends für die Saison 2021

Grill-Tipps aus Grevenbroich : Was diesen Sommer auf den Rost kommt

Grillmaster Andreas Fricke aus Orken weiß, was diese Saison im Trend liegt. Er hat auch für Laien Tipps für den perfekten Grillabend auf Lager. Was für Hühnchen, Schwein und Rind gilt – und wie sich Gemüse am besten grillen lässt.

Der perfekte Grillabend im Sommer 2021 kommt ohne viel Schnickschnack aus. „Der Trend geht hin zum einfachen Grillen“, sagt Andreas Fricke. Das Schlichte schließt jedoch Kreativität nicht aus. Es geht ums Ausprobieren. Fricke muss es wissen: Der 40-Jährige grillt seit Jahren leidenschaftlich gern und kreiert seine eigenen Gewürzmixe. Mit „Grevenwurz“ ist er bekannt geworden; er selbst probiert regelmäßig Neues aus – natürlich am Grill. Wo auch sonst? Denn der Orkener verbringt viel Zeit am Rost, die er auch zum Experimentieren mit neuen Rezepten nutzt. Er hat einige Tipps auf Lager und weiß, was in dieser Saison grilltechnisch angesagt ist. Ein Überblick.

Regional kaufen Die Debatten um das Wohl von Tieren und die Zustände in Fleischfabriken wirken sich auch auf die Grillszene aus. „Grillen mit gutem Gewissen“ lautet die Devise; viele bevorzugen hochpreisige Produkte, die jedoch oft in mehrerlei Hinsicht mit besserer Qualität punkten können. „Der Trend geht klar dahin, Fleisch aus der Region zu kaufen, es bewusst zu konsumieren und es selbst fürs Grillen vorzubereiten“, sagt Andreas Fricke. „Bio“ spiele dabei eine große Rolle, außerdem gehörten eigene Marinaden dazu, bei denen man wisse, was drinsteckt – und vor allem: was sie umhüllen.

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Hühnchen Im Trend liegen derzeit unter anderem sogenannte Kikok-Hähnchen – Maishähnchen, die sich gut beispielsweise mit etwas Rapsöl und einem Paprikapulver mit leicht süßlicher Note bestreichen lassen. „Danach sollte das eingeriebene Hähnchen mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ziehen“, sagt Andreas Fricke, der gern ausgenommene Keulen grillt – also die ohne Knochen. Dann heißt es: Scharf von beiden Seiten circa zwei bis drei Minuten angrillen und das Hähnchen weitere fünf bis zehn Minuten im indirekten Hitzebereich garen – fertig.

Rind Bei Rindersteaks gibt es zwei Lager: die, die Marinaden am Rind für eine Sünde halten – und die, die es gerne mögen. „Erlaubt ist alles, was schmeckt“, sagt der Grill-Fan aus Orken, der beides mag. Viele Rindersteaks, Roastbeef beispielsweise, kommen jedoch auch mit schlichtem Steinsalz aus. Mit Marinaden etwa aus Kreuzkümmel, Oregano, Thymian, Paprika und Chili lässt sich jedoch auch etwas Schärfe ans Steak bringen – ein Hauch Mexiko etwa. Grundsätzlich gilt beim Grillen eines drei Zentimeter dicken Stücks Rindersteak die Faustregel: drei Minuten scharf von beiden Seiten angrillen, danach fünf bis zehn Minuten indirekt garen. Beträgt die Kerntemperatur 54 Grad Celisus, ist es Medium.

 Ein gutes Stück Rindersteak beim scharfen Angrillen von beiden Seiten. Hier genügen in der Regel jeweils drei Minuten.
Ein gutes Stück Rindersteak beim scharfen Angrillen von beiden Seiten. Hier genügen in der Regel jeweils drei Minuten. Foto: Kandzorra, Christian

Schwein In Sachen Schweinefleisch zeichnen sich in diesem Jahr unterschiedliche Trends ab. „Pulled Pork und Spare Ribs beispielsweise“, sagt Andreas Fricke: „Es lohnt sich, Rippchen mit etwas mehr Fleischauflage beim Metzger zu bestellen.“ Er empfiehlt eine Trockenmarinade, die ein rauchig-süßes Aroma gibt – angelehnt an das amerikanische Barbecue. Frickes Lieblingsgewürz dafür nennt sich „Magic Dust“ – ein Gewürz aus Paprika, Rohrzucker, Knoblauch und etwas Chili.

Grillwurst Der Klassiker der Grillkultur – bei vielen aber als „langweilig“ verrufen – ist die Grillwurst. Aber auch dort gibt es Trends: Immer häufiger werden Grillwürste mit besonderen Zutaten angeboten. Wer’s mag, kann auf Produkte mit Bärlauch, mit Käse oder mit Fenchel zurückgreifen.

 Frisch geschnibbelt, auf einer Plancha gebruzzelt: Grillgemüse aus Spargel, Paprika, Zwiebeln und Gewürzen.
Frisch geschnibbelt, auf einer Plancha gebruzzelt: Grillgemüse aus Spargel, Paprika, Zwiebeln und Gewürzen. Foto: Kandzorra, Christian

Gemüse Grünzeug auf dem Grill gewinnt in der gesamten Szene immer mehr an Akzeptanz – und ist längst nicht mehr nur bei Vegetariern oder Veganern beliebt. Ein Vorschlag aus Orken für die Saison: Spargel (alternativ Zucchini), Zwiebeln, rote Paprika und eine Knoblauchzehe grob zerkleinern und mit Olivenöl sowie mit Meersalz, etwas Rosmarin, Oregano, Thymian und Basilikum verfeinern. Das Ganze nicht etwa in Alufolie geben, sondern auf einer sogenannten Grill-Plancha ausbreiten. „Das sind Grillplatten aus Edelstahl oder Gusseisen, die für Grillgemüse ideal sind“, sagt Fricke, der selbst solche Platten nutzt. Der entscheidende Vorteil: Das Grün kann nicht durchs Rost in die Glut fallen. „Die Platten gibt es im Zubehör in vielen unterschiedlichen Größen.“

Dessert Beim Dessert lohnt es sich, kreativ zu werden. Ananas-Scheiben etwa lassen sich gut auf den Rost legen und leicht angrillen, so dass der Zucker karamellisiert. Mit einer Kugel Eis serviert, kann das als Dessert den Grillabend versüßen.

 Süß und erfrischend: leicht angegrillte Ananas-Scheiben mit einer Kugel Eis als kreatives Grill-Dessert.
Süß und erfrischend: leicht angegrillte Ananas-Scheiben mit einer Kugel Eis als kreatives Grill-Dessert. Foto: Kandzorra, Christian

Hightech In der Grillszene wird auch das „smarte“ Grillen immer mehr zu einem Thema. Mittlerweile gibt es Thermometer, die sich via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden lassen – und sogar ganze Grills, die sich so bequem aus der Ferne heraus steuern lassen. Erreicht das Fleisch eine gewisse Temperatur, wird das angezeigt – per Touchscreen können Nutzer reagieren. „Das ist eine Typfrage“, sagt Fricke. Viele finden die technischen Entwicklungen hilfreich, andere unnötig.

Grillrost Nach dem Grillen kommt das Aufräumen. Vor der Reinigung des Rosts schrecken viele zurück, weil aufwendig und schmutzig. Doch es geht auch einfacher. Fricke empfiehlt, den Rost bei Gasgrills noch einmal zu erhitzen und die Asche danach abzubürsten. Gusseiserne Roste sollten nach der Reinigung eingeölt werden, um Korrosion vorzubeugen. Der Rost eines Kohlegrills soll sich gut reinigen lassen, nachdem er etwa über Nacht im vom Tau feuchten Gras lag.