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Grevenroich: Hans-Josef Kauertz feiert sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum

Arbeitsjubiläum bei RWE in Grevenbroich : Hans-Josef Kauertz feiert im Kraftwerk Neurath sein 50-Jähriges

Immer gut gelaunt und bei Problemen stets zur Stelle - so schildern Kollegen Hans-Josef Kauertz. Am Samstag feierte er ein außergewöhnliches Arbeitsjubiläum im Kraftwerk Neurath. Denn mit 15 ging er bei RWE in die Lehre.

50 Jahre arbeiten gehen? So viele Jahre bekommen die allerwenigsten deutschen Arbeitnehmer zusammen, weil sie einige Jahre vorher in Rente oder Vorruhestand gehen. 50 Jahre im Einsatz bei ein- und derselben Firma? Das schafft so gut wie keiner – bis auf RWE-Betriebsschlosser Hans-Josef Kauertz. Am Samstag, im Kraftwerk Neurath, erlebte der Mann das so außergewöhnliche goldene Dienstjubiläum.

Als 15-jähriger trat er im Kraftwerk Frimmersdorf eine Schlosserlehre an. 1973 wechselte er ins benachbarte Kraftwerk Neurath. Dort ist er heute Vorarbeiter im Bereich Entaschung und mit seinem Team für die Entsorgung der nassen Verbrennungsrückstände der Braunkohle zuständig.

Das beschreibt seine berufliche Tätigkeit allerdings nur sehr ungenügend. Denn Hans-Josef Kauertz ist mit Leib und Seele im Einsatz. Die eigentliche Entaschung läuft vollautomatisch, doch Wasser und Asche setzen auch dem robustesten Kettenförderer und seiner Mechanik arg zu. Führt der Verschleiß zu einer Störung, kann der Förderweg verstopfen. Dann  warten Hitze und harte körperliche Arbeit auf die Männer, die das wieder in Ordnung bringen müssen. Früher waren Störungen häufiger als heute. „Da warst du manchmal gerade zehn Minuten zu Hause, da kamen sie dich wegen einer Reparatur wieder abholen“, erinnert sich Hans-Josef Kauertz, den seine Kollegen zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen konnten. Geärgert hat das den heute 65-Jährigen nie. Betriebsrat Thomas Müller drückt es so aus: „Hans-Josef ist sich für keine Arbeit zu schade.“

Chefs und Kollegen schätzen ihn nicht nur wegen seiner Einsatzbereitschaft, seiner schier unverwüstlichen guten Laune, seiner manchmal spielentscheidenden Tore für die Neurather Betriebsfußballmannschaft, sondern auch wegen seines Teamgeistes. Selbst seine für viele Kollegen nicht nachvollziehbare Vorliebe für einen erfolgreichen bayerischen Fußballklub ändert nichts an dieser Beliebtheit.

Hans-Josef Kauertz hätte das Unternehmen schon längst verlassen können. Angebote der Personalabteilung, im Rahmen von Sparprogrammen gut abgesichert in den Vorruhestand zu gehen, schlug er aus. „Ich wollte nicht zum alten Eisen gehören, ich fühlte mich zu jung für die Rente“, erläutert Kauertz. „Außerdem bin ich einfach gerne hier arbeiten gegangen.“

Nun aber ist Schluss: Ende November naht selbst für Hans-Josef Kauertz der Ruhestand. Im Betrieb wird man ihn vermissen, sagt Betriebsrat Müller. Wird Kauertz seinen Job vermissen? „Da habe ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht“, sagt er. Auf jeden Fall wird er viel mehr Zeit für seine Frau und seine beiden Hunde haben.