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Grevenbroich: Grevenbroichs kuriose Facebook-Spuren

Grevenbroich : Grevenbroichs kuriose Facebook-Spuren

Jetzt kann nur noch einer helfen. "Frodo, wirf endlich diesen vermaledeiten Ring ins Feuer des Schicksalsberges", geht es einem durch den Kopf. Und während man das denkt, wundert man sich schon: Eigentlich wollte man doch nur sehen, was sich so alles zu Grevenbroich bei Facebook finden lässt.

Wer "Orken" eingibt, landet in den Weiten des sozialen Netzwerks unweigerlich auf der Seite der Facebook-Gruppe "Oister Orken", und da wimmelt es nur so von Orks. Die fiesen Wesen aus J. R. R. Tolkiens "Herr der Ringe" tummeln sich dort in einem Werbespot für Oister Orken, einen dänischen Anbieter von mobilem Internet. Puh. Zum Glück geht's in Orken friedlicher zu.

Doch der Stadtteil von Grevenbroich ist ein wahrer Tausendsassa bei Facebook. Es gibt einen skandinavischen Sportverein namens Orken, eine spanische Band, die sich so nennt, und jede Menge mehr. Bei Frimmersdorf, Elsen oder Elfgen fällt die Suche unspektakulärer aus: Man findet vor allem Menschen, die so heißen. Gestatten, Frimmersdorf. Geborene Elsen. Befreundet mit Herrn Elfgen.

Aber man findet auch wirklichen Lokalkolorit, zum Teil mit sehr viel Humor vorgetragen. Zum Beispiel in der Facebook-Gruppe "In Gustorf & Gindorf ist die Welt noch in Ordnung". Verglichen mit "Oister Orken" klingt das schon fast nach Auenland. Und irgendwie wirkt es auch so idyllisch: Gefeiert wird der eigene Ort, das Miteinander. Und ein bisschen ausgeteilt in Richtung Grevenbroich wird auch. "Die feiern eine 700-Jahr-Feier. Nach Urkunden und nach Aufzeichnungen im Archiv wurde Gustorf zum ersten Mal 500 nach Christus erwähnt", schreibt ein Mitglied besagter Facebook-Gruppe. "Und außerdem haben wir einen Dom und die nur eine Kapelle."

Das alles ist natürlich nicht bierernst gemeint. Und wer sich die Pinnwand-Einträge der Facebook-Gruppe anschaut, merkt: In Gustorf und Gindorf, da feiern sie gerne. Wie überall, "wo die Welt noch in Ordnung ist". Und bestimmt auch bei der 700-Jahr-Feier der Stadt. Jede rheinische Frohnatur weiß ja: "Man muss auch jönne könne". Und "Trink doch ene mit" verbindet bekanntlich. Gustorf und Gindorf — und natürlich Grevenbroich.

Heimatverbundenheit beweist die Facebook-Gruppe "Wir kommen aus Grevenbroich". Dort finden sich zahlreiche Fotos aus der Schlossstadt. Zum Teil vermitteln historische Aufnahmen, wie es an manchem Ort vor vielen Jahrzehnten ausgesehen hat. Eine Zeitreise im sozialen Netzwerk. Zu sehen ist zum Beispiel das alte Schlossbad in einer Schwarz-Weiß-Fotografie. Das Schöne: Die Mitglieder tauschen sich über die Fotos aus. Und bedauern, dass manches einfach nicht mehr existiert — vor allem das Wellenfreibad in Neurath.

(NGZ)