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Grevenbroicherin Tanja Brandt bringt fünftes Buch heraus

Fotografie und Technik : Falknerin veröffentlicht Buch über Tierfotografie

Fotografieren tun viele – sie setzt Tiere in Szene: Schönste Bilder und Grevenbroicher Geschichten veröffentlicht Tanja Brandt.

Gesellschaftliches Chichi oder große Menschenmengen sind ihre Sache nicht. Am liebsten schnürt Tanja Brandt ihr Bündel und zieht hinaus in die Natur. Die 50 Jahre alte Falknerin ist Tierfotografin. Ihre Arbeit dokumentiert ein Buch, das den Titel „Eulen und Greifvögel. So mache ich Traumfotos“ heißt und bald im Fanzius Verlag erscheint.

„Das ist eigentlich ein Haus, das sich total auf die Beantwortung technischer Fragen spezialisiert hat“, erzählt die Wahl-Grevenbroicherin mit den unüberhörbaren schwäbischen Wurzeln („Ich bin Ur-Stuttgarterin.“). Auf ursprünglich 560 Seiten, jetzt vom Lektorat auf handliche 360 Seiten gestrafft, zeigt die Fotografin darin nicht nur bemerkenswerte Momentaufnahmen von Tieren, sie gibt auch detailgenaue Anweisungen, wann sie wie mit welchem Objektiv oder welcher Belichtungszeit vorgegangen ist. „Ich bin da aber nicht bloß technisch, ich erzähle mit viel Humor, eben in meiner eigenen Sprache“, beschreibt sie die Umsetzung des Projektes. Den ganzen vergangenen Winter nutzte sie, um Eulen und Greifvögel zu beobachten, erlebte „viele lustige Geschichten“ – von denen natürlich im Werk die Rede ist.

Tanja Brandt auf dem Weg zur Arbeit. Neben der Kameraausrüstung kommt Eule Gandalf mit. Foto: Simone Mackeben

„Weil die Turmfalken in unserer Ecke so oft vorkommen, bekommen sie ein Extra-Kapitel“, moderiert die Autorin – „Eulen und Greifvögel“ ist ihr fünftes Werk – einen Beitrag an. Darin ist ein besonderes Exemplar namens Richard, um genau zu sein: Richard Löwenherz, der Held. Zwischen mannhaften Kämpfen mit Kornweihen (stark bebildert) oder Freischwungrunden am Himmel, bei denen auf den Fotos quasi jede einzelne Struktur des Gefieders erkennbar ist, löst Tanja Brandt auch noch das Geheimnis der Identität von Richard: Der Held ist eine Heldin, die sich liebevoll um ihre Brut kümmert. Weil sich Tanja Brandt gerne in und um Grevenbroich aufhält, um ihre Kamera zum Einsatz zu bringen, vermitteln die Abbildungen neben aller Faszination („Das sind immer Mega-Erlebnisse, wirklich cool“) Lokalkolorit.

Turmfalke präsentiert im Flug sämtliches Gefieder Foto: Tanja Brandt

„Bussarde beispielsweise sind oft an der Königshofener Höhe zu sehen“, weiß die Expertin. Wie sie dort die Objekte der Begierde im Licht der allmählich versinkenden Sonne fotografierte oder im richtigen Moment („Das ist ja manchmal nur eine Angelegenheit von Sekunden“) abdrückte, davon erzählt ein weiteres Kapitel, in dem eben als Drumherum auch Grevenbroicher Natur zu erkennen ist. Bevorzugt ist sie dort, wo „Straßen keine Namen haben und die Landschaft sich stündlich ändert“. Neben der Kameraausrüstung gehört ein Klappspaten zum ständigen Gepäck, „falls man mal wieder ein Auto aus dem Sand buddeln muss“. Zur Fotografie ist Tanja Brandt als Autodidaktin gekommen. Ausgebrannt von ihrem eigentlichen Beruf als Spediteurin, in dem sie „20 von 24 Stunden arbeite, sieben Tage die Woche“, kümmerte sie sich um „Alternativen zum Burn out“. Einige Seminare, Workshops und „viele Experimente“ später hatte sie den Dreh heraus. Jetzt gibt sie selbst Anleitungen, kurz, präzise und oft spielerisch. Wie in „Eulen und Greifvögel. So mache ich Traumfotos“ nachzulesen ist.

Im Jahr 2016 veröffentlichte Tanja Brandt ihr erstes Buch „Wo die Liebe hinfliegt“. Es handelt von einer besonderen Freundschaft – zwischen einem belgischen Schäferhund und einem Steinkauz.