Grevenbroicherin fordert Parkausweis für Ehrenamtler im Dienst

Grevenbroich : Kostenfreies Parken für Ehrenamtler im Dienst

Die Ehrenamtlerin Regina Pohl-Trippelsdorf spricht sich für ein Sonderparkrecht für kariative Kräfte aus.

Ehrenamtler leisten ihre Arbeit freiwillig und unentgeltlich. Den Dienst verrichten sie gerne und investieren dafür neben Zeit auch Geld. Mehrkosten für Parktickets hält die Ehrenamtlerin Regina Pohl-Trippelsdorf allerdings für vermeidbar. Ihr Vorschlag: Ein spezieller Parkausweis für Ehrenamtler.

Von Kosten für Parktickets und Zeitdruck während der gemeinnützigen Tätigkeit ist Pohl-Trippelsdorf selbst betroffen. Seit vielen Jahren ist sie Ehrenamtlerin im Caritashaus St. Barbara. Das Pflegeheim kümmere sich gut um die Ehrenamtler, betont Pohl-Trippelsdorf. Allerdings sei der hauseigene Parkplatz oft voll. Und die Parksituation auf der anliegenden Straße beschreibt sie als „angespannt“. Die Parkplätze an der Montanusstraße sind bewirtschaftet. Montags bis samstags, jeweils von 8 bis 18 Uhr, muss ein Ticket gezogen werden – für 1,20 Euro die Stunde und mit einer maximalen Parkdauer von drei Stunden. Alternative Parkmöglichkeiten gehen mit einem nicht unerheblichen Fußweg vom Auto zum Arbeitsplatz einher – teilweise ein Problem für Ehrenamtler im fortgeschrittenen Alter. Zudem ist die Parkdauer an den kostenfreien Stellplätzen am Friedhof auf zwei Stunden begrenzt.

„Die Betreuung der Menschen benötigt unsere unbegrenzte Zeit“, erklärt Pohl-Trippelsdorf und gibt ein Beispiel: Ein Sterbebegleiter, der während seines Termins immer wieder auf die Uhr guckt – aus Angst seine Parkdauer zu überschreiten und ein Knöllchen zu erhalten. So etwas dürfe nicht sein, sagt Pohl-Trippelsdorf. Und dieser Meinung seien auch ihre Ehrenamts-Kollegen.

Der Lösungsansatz: Ein Parkausweis speziell für Ehrenamtler im Dienst, der ihnen kostenfreies und zeitlich unbegrenztes Parken auf bewirtschafteten Parkplätzen ermöglicht. Die Lösung sei einfach und kostengünstig, meint Pohl-Trippelsdorf. Zudem schlägt sie vor, die Gültigkeit des Ausweises örtlich zu begrenzen, um den missbräuchlichen Nutzen präventiv entgegen zu wirken. Ehrenamtler des Caritashauses könnten dann beispielsweise nur auf der Montanusstraße kostenfrei parken und sonst nirgendwo im Stadtgebiet.

Mit einer Umsetzung in Grevenbroich allein begnügt sich Pohl-Trippelsdorf allerdings nicht. „Ich fände es so toll, wenn der Ausweis kreis- oder bundesweit umgesetzt werden würde“, sagt sie. In Flensburg können Ehrenamtler mit einer Sondergenehmigung bereits kostenfrei im Stadtgebiet parken. Pohl-Trippelsdorf wirbt: Grevenbroich könne mit der Umsetzung ihrer Idee eine „Vorreiterrolle“ einnehmen. In der Politik habe sie allerdings bisher wenig Resonanz erfahren, berichtet die Grevenbroicherin. Doch an ihrer Idee hält sie fest: Der Parkausweis sei ein Zeichen der Wertschätzung für die Ehrenamtler und würde sie in ihrem Alltag entlasten.