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Grevenbroicherin blickt auf ein 100-jähriges Leben zurück

Geburtstag im Barbarahaus : Grevenbroicherin blickt auf 100-jähriges Leben zurück

Helene Brand feiert am Mittwoch einen ganz besonderen Tag. Die Grevenbroicherin wird 100 Jahre alt und blickt auf bewegtes Leben zurück, in dem sie ihren Beruf, die Kinder und Reisen unter einen Hut gebracht hat.

Heute lebt Helene Brand im Barbarahaus an der Montanusstraße. Unweit davon hat sie mit ihren zwei Schwestern und den Eltern im Verwaltungsgebäude des Gas- und Wasserwerks gewohnt, wo ihr Vater Albert Häger arbeitete. Nach dessen Tod lebte sie mit ihrer Mutter auf der Schanze, besuchte die Volksschule und im Anschluss die Handelsschule in Neuss. Gearbeitet hat sie bis zur Rente bei der Sparkasse. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Jakob Brand kennen, den sie 1958 heiratete. Zwei Kinder wurden geboren, Monika 1958, Brigitte zwei Jahre später. Zunächst wohnten die Brands an der Richard-Wagner-Straße, später im eigenen Haus auf der Stralsunder Straße. Jakob Brand arbeitete in Kapellen, Auf der Schanze und später wie seine Frau in der Sparkassen-Hauptstelle.

 Helene Brand aus Grevenbroich wird am Mittwoch 100 Jahre alt.
Helene Brand aus Grevenbroich wird am Mittwoch 100 Jahre alt. Foto: Ursula Wolf-Reisdorf/uwr

Helene Brand führte ein für diese Zeit sehr emanzipiertes Leben. Kinder waren da zunächst nicht geplant. Sie wollte ihr eigenes Geld verdienen, tanzte und reiste gern. Als sie mit Mitte 30 den sieben Jahre jüngeren Jakob traf, kam dann alles anders. Sie heiratete, bekam zwei Kinder, blieb aber berufstätig. Zählen konnte sie dabei auf die Unterstützung ihrer Schwiegermutter, die im gleichen Haus wohnte, im Haushalt half und sich um die Kinder kümmerte.

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Neben der Arbeit war Helene Brand ein geselliger Mensch und ging gerne aus. Auch nach dem frühen Tod ihres Mannes, der schon im Alter von 50 Jahren verstarb, traf sie sich mit den Frauen vom Jägerzug „Erftjonge“, ging mit ihnen ins Zelt, wenn Schützenfest gefeiert wurde. Mit über 90 traf sie sich noch regelmäßig mit ihrer Freundin Liesel Meier. Eine weitere Leidenschaft war das Reisen. Mexiko und Ägypten hat sie gesehen. Aber als ihre „große Liebe“ bezeichnet sie Sylt, insbesondere Westerland, wo sie mit ihrem Mann, allein und mit der Familie viele Urlaube verbracht hat.

Zum Hundertsten kommen in Etappen die Töchter mit Partnerin und Ehemann sowie die Enkel zu Besuch ins Barbarahaus, wo die Jubilarin sich gut aufgehoben fühlt.