Naturliebhaber aus Elsen: Grevenbroicher tanzt im Norden mit Wölfen

Naturliebhaber aus Elsen: Grevenbroicher tanzt im Norden mit Wölfen

Heinz Strathmann aus Elsen ist Zoodirektor und Arktis-Kenner. Jetzt plant er eine "Grevenbroicher Expedition" nach Spitzbergen.

Sein Motto könnte "Träum' nicht dein Leben, lebe deinen Traum" lauten: Heinz Strathmann geht gerne aufs Ganze. Als sogenannter arktischer Guide lebt der gebürtige Elsener, der seinerzeit ausdrücklich das Abitur am Erasmus-Gymnasium hat sausenlassen, um lieber zur See zu gehen, seit Jahrzehnten als Wahl-Norweger im hohen Norden.

Und was er dort jenseits des Alltags mit Ehefrau, vor allem aber Wölfen und Bären erlebt, davon berichtet er in einem Dia-Vortrag in der Stadtbücherei. Und bei dieser Gelegenheit will er Grevenbroicher für einen ungewöhnlichen Urlaub gewinnen: eine Expedition nach Spitzbergen.

"Ich liebe zwar die Natur und bin gerne unterwegs, aber solche Abenteuer wären nichts für mich", sagt Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack angesichts der legendären und "wirklichen Erlebnisse" des Extremreisenden. "Unter anderem", so erinnert Heinz Strathmann sich, bin ich zum Nordpol von Sibirien aus gegangen". Was bei ihm klingt, als würde der tägliche Gang zum Brötchenholen absolviert, hat es in sich.

Auch dickste Vermummungen halfen gegen die klirrenden Temperaturen von um die minus 55 Grad nicht immer - auch der erfahrene Extremsportler musste mit abgefrorenen Fußgliedern leben. Das aber ist nur ein Nebenaspekt in dem bildgewaltigen Konvolut dessen, was er von den diversen Erkundungstouren zu berichten hat.

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Für den Mann, der einst als junger Erwachsener Richtung Mexiko reiste, dort auf einem Schiff anheuerte, das in Norwegen anlegte, ist das Leben ein faszinierendes Abenteuer. Er arbeitete zunächst als Skilehrer, bevor er sich als Guide selbstständig machte. "Mein Sohn und ich hatten die Idee, mal eine Expedition für jedermann anzubieten, also für Menschen, die zwar vielleicht von den Abenteuern der Polarforscher gelesen, aber noch nie selbst eine solche Reise unternommen haben. Und dafür wollen wir jetzt auch Teilnehmer aus Grevenbroich ansprechen", sagt er.

Schlitten und Ski gehören zur Ausrüstung, Angst vor der Kälte braucht niemand zu haben, ebenso wenig wie vor Eisbären. Manche von ihnen seien neugierig, meist hielten sie sich aber lieber von Menschen entfernt: "Wir haben Waffen dabei, und nachts halten wir Bärenwache", sagt der Tierkenner.

Seit Sommer 2013 ist Strathmann auch Direktor eines 46 Hektar großen Tierparks unterm Nordlicht, dem "Polar-Park". "Dort zeigen wir die nordischen Raubtiere und deren Beute, zu der Elche, Rentiere, Moschusochsen und Polarfüchse zählen. Alle leben in riesigen Gehegen, sie können sich dort wie in freier Wildbahn bewegen", schildert er.

Größte Attraktion: Als einer der weltweit wenigen Zoos hat der "Polar-Park" Wölfe in seinem Bestand, die an den Menschen gewöhnt sind. "Unsere Gäste können die Tiere besuchen und sie auch streicheln - allerdings nur dann, wenn die Wölfe das auch wirklich wollen", schildert Heinz Strathmann. Auch davon oder wie er einmal in einer romantischen Vollmondnacht ein spektakuläres "Rudelheulen" mit 535 Menschen organisierte, wird er in Grevenbroich berichten.

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