Grevenbroich: Grevenbroicher streitet Raub in Oberhausen ab

Grevenbroich: Grevenbroicher streitet Raub in Oberhausen ab

War ein 52 Jahre alter Grevenbroicher der Drahtzieher eines Banküberfalls in Oberhausen? Diese Frage konnte auch gestern, am zweiten Prozesstag vor dem Duisburger Landgericht, nicht geklärt werden. Der Mann bestreitet nach wie vor, dass er etwas mit der Tat zu tun gehabt hat.

Der 52-Jährige steht mit zwei weiteren Angeklagten vor dem Richter. Diese waren nach dem bewaffneten Überfall im April mit einer Beute von knapp 30 000 Euro von der Polizei gefasst worden. Auf einem der Handschuhe, die die beiden Slowenen bei dem Banküberfall trugen, seien Spuren des Grevenbroichers zu erkennen, hieß es gestern vor Gericht.

Der 52-Jährige bestreitet jedoch, die Männer mit Waffen versorgt und sie nach Oberhausen gefahren zu haben. Seine Spuren auf den Handschuhen erklärte er damit, dass diese wohl ihm gehören würden. Allerdings will er sie an die Mitangeklagten verschenkt haben. Der Grevenbroicher habe die beiden Männer lediglich aus Slowenien mit nach Deutschland genommen und in seiner Wohnung zu einem Kaffee eingeladen — daher kenne man sich.

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Der Verteidiger des 52-Jährigen beanstandete, dass sein Mandant wegen seiner Vorstrafen vorverurteilt werde. Zudem habe der Grevenbroicher für die Tatzeit ein Alibi — nämlich den Berufsverkehr. Noch um 7\.43 Uhr sei der Mann in Kapellen mit dem Auto unterwegs gewesen. Es sei unmöglich, an einem Werktag in anderthalb Stunden nach Oberhausen zu fahren, um dort eine Sparkasse zu überfallen. Das, so beantragte der Anwalt, solle von einem Justizbeamten nachgeprüft werden. Zudem stellte er den Antrag, einen der Mitangeklagten der Verleumdung zu überführen. Der soll den 52-Jährigen zu Unrecht belasten; schon in anderen Verfahren habe er falsch ausgesagt.

Die beiden Mitangeklagten haben bereits gestanden, dass sie am Vorabend der Tat mit dem 52-Jährigen die Sparkasse besichtigt hätten und dann mit ihm nach Hause gefahren seien, um bei ihm zu übernachten. Der Grevenbroicher soll ihnen in seiner Wohnung auch die Tatwaffen übergeben haben. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

(NGZ/rl)
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