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Grevenbroicher Stadtarchiv wird digital - Archivkooperation mit dem Rhein-Kreis

Archiv-Kooperation mit dem Kreis Neuss : Grevenbroicher Stadtarchiv wird digital

Alte Landkarten, Aufnahmen aus der Zeit um 1900, historische Amtsdokumente: Das Stadtarchiv auf der Stadtparkinsel ist eine Fundgrube für heimatgeschichtlich Interessierte.

Vor rund einem Jahr hatte das Kreisarchiv in Zons die Betreuung des städtischen Archivs übernommen. Die zunächst auf zwei Jahre befristete Verwaltungskooperation hat sich bewährt, da sind sich Kreisarchivar Stephen Schröder und Thomas Wolff vom Kulturfachbereich der Stadt einig. „Die Zusammenarbeit eröffnet Perspektiven, von der die Nutzer profitieren“, sagt Wolff. Zudem hält immer mehr die Digitalisierung im Archiv Einzug. 2020 sind erstmals auch gemeinsame Vorträge zu historischen Themen in Grevenbroich geplant.

221 Besucher, die Infos suchten, hat das Stadtarchiv 2019 beraten. „Die Anzahl ist annähernd so groß wie an unserem Hauptstandort in Zons“, sagt Stephen Schröder. Der Grevenbroicher Standort im Büchereigebäude ist zu Fuß von der City zu erreichen – das motiviert so manchen zum Besuch. Vier Tage in der Woche ist das Archiv zugänglich, „Das ist üppig, andere haben nicht so häufig geöffnet“, weiß Schröder. Die Historikerinnen Cornelia Schulte und Sarah Kluth betreuen das Archiv und beraten Besucher. Der eine sucht alte Bauakten, der andere Dokumente zur Schulgeschichte, Schüler recherchieren für ihre Facharbeit. Immer wieder übergeben Bürger dem Archiv auch Dokumente. Neuere Errungenschaften sind etwa Fotos und Unterlagen über Elsen und alte Eisenbahnkarten. Gut ist laut Schulte die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Familienforschung, der im Archiv Sprechstunden anbietet.

Eine wichtige Aufgabe ist die Erschließung der Bestände. So wurden jetzt Dokumente und Akten der ehemaligen Bürgermeisterei Gustorf, die vor der Kooperation übernommen wurden, bearbeitet. „Das Besondere ist, dass die Bestände bis ins Jahr 1645 zurückreichen“, erzählt Cornelia Schulte. Jede einzelne Seite wird gesichtet. Jedes Dokument erhält eine Registriernummer. Zudem wandert das Archivgut in – säurefreie – Kartons oder himmelblaue Mappen.

Immer mehr Materialien werden im Computer erfasst und Beschrieben. An die Stelle analoger Findbücher und Karteikästen treten Recherchedateien, die schnelles Finden mit Schlagworten ermöglicht. Bis der gesamte Bestand erfasst ist, wird es aber noch Jahre dauern.

Ein anderes Projekt: „Wir planen, 2020 erste Archivalien-Beschreibungen online im landesweiten Archiv-Portal einzustellen“, kündigt Schröder an. Zurzeit werde das NRW-Portal aber überarbeitet.

Ein Vorteil der Archiv-Zusammenarbeit: Bei Bedarf können im Stadtarchiv Dokumente auch aus Zons zur Verfügung gestellt werden. Und bei einer Fortführung der Kooperation ist, wie Schröder erklärt, denkbar, die Bestandserfassung beider Archive digital zusammenzuführen. Der so mögliche schnelle Überblick kann lange Wege sparen.