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Grevenbroicher SPD kritisiert: „Landrat blockiert wichtiges Vorhaben“

Bahnübergang an der Bergheimer Straße in Grevenbroich : SPD kritisiert: Landrat blockiert wichtiges Tunnel-Vorhaben

SPD und Grüne machen sich weiter für die Beseitigung des großen Bahnübergangs an der Bergheimer Straße stark. Der Kreisnahverkehrsausschuss hat jetzt der von DB Netz geplanten Erneuerung des Übergangs – die Technik ist mehr als 30 Jahre alt – zugestimmt und damit der Empfehlung der Verwaltung entsprochen.

SPD und Grüne halten aber eine Beseitigung des niveaugleichen Knotenpunks für erforderlich. Die Pläne für eine Unterführung müssten raus aus der Schublade. Der Ergänzungsantrag von SPD, UWG und Grünen, dass an einer Über- oder Unterführung des Übergangs ausdrücklich festgehalten werden solle, wurde im Ausschuss mit den Stimmen von CDU und FDP abgelehnt.

Die Kreisverwaltung hatte deutlich gemacht, dass der Bau einer Über- oder Unterführung auch nach der Erneuerung weiter möglich sei. SPD und Grüne dagegen hatten im Vorfeld ihre Befürchtung geäußert, dass nach einer Investition für die Erneuerung des Übergang dort viele Jahre lang nichts passieren, eine Unterführung auf lange Sicht nicht realisiert werde.

Nach der Abstimmung sprach Holger Holzgräber, Vize-Fraktionschef im Stadtrat, von einer „rückwärtsgewandten Politik von CDU, FDP und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke“. Es gebe keinen sachlichen Grund, die Planung für die Untertunnelung abzulehnen. „Der Landrat blockiert mal wieder ein wichtiges verkehrspolitisches Vorhaben in der Stadt“, erklärte Holzgräber. „Die Beseitigung des Bahnübergangs ist im Rahmen eines S-Bahn-Netzes für das Rheinische Revier unerlässlich. Grevenbroich kann mit Mitteln aus dem Strukturstärkungsgesetz S-Bahn-Knotenpunkt werden. Wir erwarten, dass der Landrat, CDU und FDP im Kreis ihre Haltung überdenken und werden dazu mit den Kollegen im Rat den notwendigen Druck ausüben“, kündigte er an.

„Wer den S-Bahn-Ausbau über Bergheim nach Köln und Aachen sowie die Aktivierung des Güterverkehrs von Antwerpen zum Neusser Hafen aktiv unterstützt, der wird an einer Beseitigung des Bahnübergangs nicht vorbeikommen“, erklärte Erhard Demmer, Vorsitzender der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. „Das Strukturstärkungsgesetz des Bundes bietet die Chance, die Gestaltung der Mobilität der Zukunft heute schon zu beginnen. Deshalb halten wir es für sinnvoll, die Planung für die Beseitigung des Bahnübergangs durch den Kreis mit der Stadt in die Wege zu leiten“, sagte Fraktionskollege Dieter Dorok, sachkundiger Bürger im Ausschuss und Grünen-Ratsherr. Die CDU-Ratsfraktion wird sich mit dem Thema in der nächsten Fraktionssitzung befassen.

(cso-)