Grevenbroicher Pascal-Schüler im Kletter-Fieber

Grevenbroich: Pascal-Schüler gehen die Wände hoch

In Freistunden gehen Pascal-Gymnasiasten klettern. Dazu stehen Boulderwände auf dem Schulgelände, die jeder benutzen kann.

Bouldern ist in. Ebenso wie das Fußballfeld, Basketballkörbe und Tischtennisplatten gehören die künstlichen Felsen am Pascal-Gymnasium zum Sport- und Pausenhofangebot. „Immer dann, wenn ein Sportlehrer Aufsicht hat, können die Schüler dort kraxeln“, sagt Miriam Lopez, die Sport, Pädagogik und Spanisch unterrichtet.

Rebecca (li) und Mara vom Pascal-Gymnasium sind geübte Kletterer. Sie kleben wie Fliegen an der Boulderwand. Foto: Georg Salzburg(salz)

Drei Wände gehören zum Außengelände der Schule, die höchste Wand misst etwa 2,70 Meter, wie Mara aus der Q1 (früher Klasse 11) weiß. Ebenso wie ihre gleichaltrige Freundin Rebecca (16) aus der EF (Jahrgangsstufe 10) ist sie „leidenschaftliche Boulderin“, seit einigen Jahren gehen die jungen Frauen die Wände hoch. „Eine super Beschäftigung“, sind sich die beiden einig.

Bei dieser Kletterei – namensgebend ist der englische Begriff für Felsblock (Boulder) – geht es immer bloß bis in Absprungshöhe, wie die Schülerinnen erklären. „Jeder kann alleine an die Wand, anders als beim Klettern wird keine gegenseitige Sicherung notwendig.“ Ausgestattet mit speziellen Schuhen, die aus einem speziellen Gummi gefertigt sind und einen „besseren Stand geben“, wie Rebecca erklärt, und des Kalkpulvers, das schwitzende Hände entfeuchtet, braucht es kein spezielles Equipment.

Wie Fliegen an der Wand werden Mara und Rebecca eins mit der Fläche. „Es ist halt wichtig, sich vorher zu überlegen, wohin der nächste Schritt gesetzt werden soll“, erklärt Mara Strategien. Für die beiden ist dieser Sport – „inzwischen ist es ja fast Livestyle geworden“ – ein „wichtiges Hobby“. „Wenn es mal schwieriger sein darf, reisen wir dafür auch nach Fontainebleau“, beschreiben sie Sandsteinfindlinge um das französische Städtchen, das Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten Kletterer in den Wald lockte.

Die Traversen, die sich zwischen den drei Einzelwänden erklimmen lassen, „sind für jeden Schwierigkeitsgrad“, und gut gefällt den Könnerinnen, dass man sie „allein oder in einer Gruppe“ bezwingen kann. Geist gehört dazu, keine Kraftmeierei, aber doch eine beachtenswerte körperliche Fitness. „Das ist Arbeit gegen die Schwerkraft“, beschreibt Miriam Lopez die Aktivität. „Dabei werden alle Muskelgruppen beansprucht“, vom Unterarm bis zum Bauch. „So lernt man seinen Körper ganz anders und neu kennen“, weshalb Bouldern natürlich viel in Sachen Kondition bringt.

Dieses Klettern in Absprunghöhe aber bedeutet wortwörtlich, „Hindernisse zu überwinden und über sich hinaus zu wachsen“, erklärt die Pädagogin. Das beschert Erfolgserlebnisse, die wiederum „wichtig für den Schulalltag und das tägliche Leben sind. So wird vermittelt, dass sich ein Problem – wie komme ich entlang der manchmal sehr kleinen Knöpfe – mit etwas Grips durchaus lösen lässt.

Ginge es nach den beiden Schülerinnen Rebecca und Marla, dürften die Wände ruhig schräger sein und auch eine überhängende Wand empfänden sie als schöne Herausforderung. Leuchtende Augen bekommen die Kletterexpertinnen aber auch, wenn sie die neben der Turnhalle verstauten Parcours-Geräte sehen. Riesentürme lassen sich zu vielfältigen Routen zusammenstecken, um hängende Seile und Balncierstangen zur körperlichen Erprobung zusammen fügen.

„Auch das sind Übungen, die den ganzen Körper mitsamt Sinnesorganen beanspruchen“, erklärt Sportlehrerin Miriam Lopez. Koordinativ tätig zu sein ist hierbei ein Aspekt – Mut und Verantwortung für sich und sein Tun zu übernehmen, ein anderer.

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