Ehrenamt in Grevnebroich Neurather Gartenfreunde holen ersten Platz beim Heimatpreis

Grevenbroich · Die Stadt Grevenbroich hat jetzt ihren Heimatpreis 2022 verliehen. Bürgermeister Klaus Krützen und sein Stellvertreter Peter Cremerius überreichten den Siegern die mit dem Preis verbundenen Geldbeträge, die ausschließlich für ehrenamtliche Aktivitäten verwendet werden.

Die Stadt verlieh jetzt den Heimatpreis an engagierte Ehrenamtler aus Grevenbroich.

Die Stadt verlieh jetzt den Heimatpreis an engagierte Ehrenamtler aus Grevenbroich.

Foto: Stadt Grevenbroich

Den ersten Platz belegte der Gartenbauverein Neurath für ein Projekt, das gleich hinter der Pfarrkirche St. Lambertus liegt: Die Mitglieder kümmern sich um den Erhalt des imposanten Grabes des Gutsbesitzers Heinrich Clemens, der vor mehr als 160 Jahren zu den ersten gehörte, die im Stadtgebiet nach Braunkohle schürften. Im Dezember 1861 wurde die erste Kohle gefördert – damals noch im Untertagebetrieb. Für die Bemühungen des Vereins um die alte Grabstätte gab es nun 2000 Euro.

Über den mit 1500 Euro dotierten zweiten Platz freut sich der Förderverein für die Südstadt, der sich ein besonderes Projekt vorgenommen hat. Mit einer Gedenkstele will er an den Architekten Manfred Faber erinnern, der das Erftwerk und die dazu gehörende „Kolonie“ plante. Seine Bauten sind heute noch an der Wöhler- und von-der-Porten-Straße gegenwärtig. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Faber 1942 von den Nationalsozialisten über Theresienstadt nach Auschwitz verschleppt, wo er 1944 ermordet wurde.

Platz drei ging an den Verein zur Förderung der evangelischen Kirchengebäude in Wevelinghoven: Er erhielt 1000 Euro für die Neugestaltung des Kirchengartens am Hemmerdener Weg, dort soll eine „Oase für Mensch und Tier“ entstehen. Den mit 500 Euro verbundenen vierten Preis erhielten Ehrenamtler der Pfarre St. Mariä Geburt zur Unterstützung der traditionellen Marienoktav im Noithausen. Willibert Müller, Ulrike Oberbach, Eva Krause und Ute Trienekens nahmen die Preise für ihre Vereine bei einer Feierstunde entgegen.

Bürgermeister Krützen dankte allen Teilnehmern für ihren Einsatz: „Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Es schafft sowohl eine breite Vereinsstruktur als auch einen Zusammenhalt und ein Heimatbewusstsein“, betonte der Verwaltungschef. Krützen stand an der Spitze einer Auswahlkommission, die die vier Gewinner ermittelt hatte, auf die das Preisgeld von insgesamt 5000 Euro aufgeteilt wurde.

Der Heimatpreis wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. In Grevenbroich wurde er erstmals 2019 verliehen. Ziel des Preises ist es, besonderes ehrenamtliches Engagement für den Heimatort auszuzeichnen. Der Begriff Heimat steht hierbei für das Verbindende – also für Projekte, die die Gemeinschaft und die Stadt zusammenhalten.

(NGZ)