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Grevenbroich: Grevenbroicher mögen Kabarett mehr als Theater

Grevenbroich : Grevenbroicher mögen Kabarett mehr als Theater

Die Zuschauer der "Bühnenabende" schwinden, die Stadt will die Theater-Serie daher einstellen. Probleme wie diese kennt die Reihe "Kultur Extra" nicht. Im Gegenteil: "Sie konnte mit Rekord-Abonnentenzahlen glänzen", jubelt Dezernent Michael Heesch in seinem jetzt veröffentlichten "Kulturbericht 2012".

Kabarettisten wie Volker Pispers, Konrad Beikircher und Lisa Fitz lockten im Vorjahr mehr als 3000 Zuschauer in fünf Vorstellungen. "Regelmäßig sind die Veranstaltungen zur Hälfte mit Abonnenten belegt. Für die restlichen Einzelkarten besteht eine gute Nachfrage", registriert Heesch zufrieden. Anders bei den "Bühnenabenden", dort waren es weitaus weniger Besucher: 773 Theaterfreunde besuchten im gleichen Zeitraum vier Aufführungen. Diesen Trend spiegelt auch die "Frage des Tages" der NGZ wider: 75 Prozent der beteiligten Leser sind für den Verzicht auf die Theater-Reihe.

Schon jetzt steht fest: Wegen des großen Erfolges wird "Kultur Extra" 2014 fortgesetzt – mit einer Mischung aus Kabarett, Comedy und Musik. Die Künstler sind bereits verpflichtet worden: Herbert Knebels Affentheater wird ebenfalls für Unterhaltung sorgen wie das Frauenkabarett "Proseccopack" und die A-cappella-Gruppe "6-Zylinder". Das Duo Rebecca Carrington und Colin Brown sowie die Kabarettisten Henning Venske und Kai Magnus Sting runden das Angebot ab.

Dass die Stadt bei diesen Veranstaltungen drauf zahlen muss, ist nicht zu erwarten – große Gewinne stehen aber auch nicht in Aussicht: Denn 70 Prozent der Einnahmen gehen in der Regel an die Künstler, die restlichen 30 Prozent werden für Technik, Gema und Catering ausgegeben. "Bei durchschnittlich 600 Besuchern summieren sich Einnahmen und Ausgaben auf etwa 47 000 Euro", betont Heesch. An den "Kultur Extra"-Preisen soll sich nichts ändern: Je nach Sitzreihe müssen 65 bis 86 Euro für das Abo gezahlt werden, die Einzeltickets kosten zwischen 18 und 22 Euro.

Nicht nur in Sachen Kabarett ist Michael Heesch zufrieden – überhaupt sei 2012 "aus kultureller Sicht ein sehr erfolgreiches Jahr" gewesen, meint er in seinem Bericht. Vor allem auch, weil mit dem "Museum der niederrheinschen Seele" ein zentrales Projekt realisiert worden sei, das mittlerweile mehr als 10 000 Besucher angelockt habe: "Das Kleinod an der Erft ist somit für die kommenden Jahre und Jahrzehnte das kulturelle Aushängeschild", meint der Erste Beigeordnete.

Sämtliche Kulturveranstaltungen der Stadt – darunter Ausstellungen, Konzerte, Theater und Aktionen der Stadtbücherei – zogen im Vorjahr über 28 000 Besucher an.

(wilp)