Grevenbroich: Grevenbroicher machen Frühjahrsputz

Grevenbroich: Grevenbroicher machen Frühjahrsputz

Hülchrather, Allrather, Wevelinghovener, Schulen, Vereine, Verbände und Privatleute - sie alle nahmen Schippe und Eimer zur Hand, um in den Quartieren aufzuräumen. Etwa 85 Kubikmeter Wildmüll wurden so insgesamt in der Stadt gesammelt.

Etwa 1200 Leute sammelten geschätzte 85 Kubikmeter Müll, resümiert Ralf Dietrich. "Das ist ein sehr positives Ergebnis", fasst der Mitarbeiter des Schneckenhauses zusammen, "nur Dank des Einsatzes von so vielen Freiwilligen ist ein so gutes Resultat möglich geworden."

Typische Fundstücke, geborgen in Hülchrath. Foto: von Dolega

Schüler und Kindergartenkinder waren bereits freitags unterwegs, um ihr jeweiliges Quartier auf Vordermann zu bringen. Samstag machten weitere "Einzelgänger" oder ganze Vereine in ihren Arealen "klar Schiff". Zum 14. Mal mit dabei waren die Dorfgemeinschaft Hülchrath und Paul Steins. "Wir haben extra einen Plan erstellt und einzelne Strecken farblich markiert", sagte Steins. Nichts wurde beim Großreinemachen dem Zufall überlassen. "Sonst werden mache Ecken doppelt und andere gar nicht gereinigt." Etwa 35 Personen beteiligten sich und schon nach wenigen Minuten waren die ersten Fundstücke im Container gelandet: Ausrangierte Reifen und anderer wilder Müll. "Ich finde es schade, dass die Umwelt so vermüllt wird. Deshalb helfe ich heute", sagte Maren Bongartz (16). Udo Steffensen sagt über seine Motivation der Teilnahme: "Wir leben seit 15 Jahren im Ort und tragen Mitverantwortung, Wiesen und Straßenränder sauber zu halten." Die Menge dessen, was "achtlos weggekippt wird, ist weniger geworden", lautet die Erfahrung Paul Steins'. Viele prall gefüllte blaue Säcke waren es trotzdem wieder.

Südstädter Christoph van Megen räumte auf und pflanzte Bäume. Foto: Valeska von Dolega

."Besonders dreckig" sei es immer entlang der Bahnhofsstraße, sagte eine Mitmachende aus der Stellwerk-Initiative zu "Unmengen von Einwegkaffeebechern oder Kartonagen von Fast Food" im Bahnhofsviertel. "Natürlich gehört auch Idealismus dazu, bei einer solchen Aktion mitzumachen", bekannte Stellwerkerin Elisabeth Neifer. Letztlich ginge es aber nicht nur ums Aufräumen, sondern auch um die Vorbildfunktion und den "Kontakt zu Nachbarn, um das Wir-Gefühl zu stärken".

Dass das generationsübergreifend ist, zeigte sich auch bei den Südstädtern, die ihre Aktivitäten im Schanzentunnel begannen. "Anscheinend hat da einer eine Party gefeiert", sagte Mit-Aufräumer Alexander (9) zu aufgelesenen leeren Schnapsflaschen und weggeworfenen Zigarettenschachteln. Die Südstädter beschränkten sich übrigens nicht aufs Aufräumen. An der Friedrich-Ebert-Straße entsteht ein Generationenpark, in dem anlässlich des Termins geharkt, gesät und gepflanzt wurde. Drei Apfelbäume und 17 Sträucherseien gepflanzt worden, wie Mitmacherin Ulrike Oberbach sagte, während Christoph van Megen den ersten Baum einbuddelte. Und auch der ADFC um Wolfgang Pleschka war im Einsatz. "Unsere Aktion beschränkte sich nicht nur aufs Einsammeln. Entlang der L 361 zwischen Wevelinghoven und Kapellen richteten wir Baken wieder auf." Schlimm sei der überall liegende Hundekot, etwa hinter der Erftbrücke und beim Schäferdenkmal, "ansonsten hat es wieder Spaß gemacht, unseren Beitrag für die Umwelt zu leisten".

(von)