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Grevenbroich: Grevenbroicher Kraftwerke sollen am Netz bleiben

Grevenbroich : Grevenbroicher Kraftwerke sollen am Netz bleiben

Wegen sinkender Gewinne erwägt RWE die zeitweise Stilllegung von schlecht ausgelasteten Kraftwerksblöcken. Die Anlagen in Frimmersdorf und Neurath werden davon voraussichtlich nicht betroffen sein.

Das erklärte Kraftwerksdirektor Eberhard Uhlig gestern auf Anfrage unserer Zeitung. "Zurzeit wird die Wirtschaftlichkeit aller Kraftwerke geprüft, das ist ein richtiger Prozess", sagte Uhlig. Allerdings gebe es keine konkreten Pläne für Stilllegung innerhalb der Stadt Grevenbroich. "Das steht nicht zur Diskussion", so der Kraftwerkschef.

Mit dem neuen Sparprogramm "Neo" will RWE künftig mindestens 500 Millionen Euro in der Kraftwerksparte einsparen. Vor diesem Hintergrund wird auch die Kostenstruktur der Braunkohlekraftwerke in Neurath und Frimmersdorf mit insgesamt 900 Mitarbeitern untersucht. Wie RWE-Chef Peter Terium bereits Ende Juli erklärte, würden 30 bis 40 Prozent der Kraftwerke des Konzerns mittelfristig rote Zahlen schreiben, 10 000 Megawatt Leistung stünden unter Beobachtung.

Das rapide steigende Angebot von Ökostrom aus Sonne und Wind sorgt für immer weiter sinkende Preise im Stromgroßhandel. Vor zwei Jahren habe der Konzern noch 55 bis 60 Euro pro Megawattstunde erzielen können, aktuell liege der Preis unter 37 Euro, also weniger als 3,7 Cent pro Kilowattstunde, erklärte RWE-Power-Chef Matthias Hartung jetzt in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger. Mit 5,3 Cent pro Kilowattstunde liege die Einspeisevergütung für die Erneuerbaren Energien deutlich über dem Preis, den RWE etwa mit der Braunkohle erlöst.

Heute wird Peter Terium die Halbjahreszahlen des Energiekonzerns vorlegen. Bei dieser Gelegenheit werden auch detaillierte Informationen über die beabsichtigte Stilllegung von Kraftwerksblöcken erwartet.

(wilp)