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Grevenbroich: Grevenbroicher helfen Corina

Grevenbroich : Grevenbroicher helfen Corina

Rund 1000 Menschen haben sich in der TK-Sporthalle am Schlossstadion typisieren lassen, um Corina Zufelde zu helfen. Die 44-Jährige, die zweimal Sportlerin des Jahres in Grevenbroich war, ist an akuter Leukämie erkrankt.

"Corina braucht Eure Hilfe" steht auf den weißen T-Shirts von Karen Meinke aus Neuenhausen, Cousine von Corina Zufelde, und den anderen Helfern. Das ließen sich viele Grevenbroicher nicht zweimal sagen. Der Strom der Menschen, die gestern in die TK-Turnhalle am Alten Schloss kamen, riss von 11 bis 16 Uhr nicht ab. Auch Dormagener, Bedburger und andere nahmen an der großen Typisierungsaktion für Corina Zufelde teil. Die 44 Jahre alte frühere Profi-Tanzsportlerin, die in Wevelinghoven und Neuenhausen aufwuchs, ist an akuter Leukämie erkrankt. Ihr Lebensgefährte Sean Meads und die übrige Familie hoffen, dass sich ein dringend benötiger Stammzellenspender findet.

Foto: Michael, Reuter

"Die Resonanz ist super", sagt Cousine Karen Meinke. Auch Bürgermeisterin und Schirmherrin Ursula Kwasny freut sich über den enormen Zuspruch. Seit Wochen rollt die Welle der Hilfsbereitschaft durch Grevenbroich. Schützen und Vereine baten 18 000 Menschen, sich typisieren zu lassen. Verwandte, Mitarbeiter der Stadt und andere besetzten die Stationen in der Turnhalle, verteilten hier Registriernummern, gaben dort Wattestäbchen für den Wangenabstrich aus.

Ein Wattestäbchen, ein Wangenabstrich – fertig. Der Aufwand für die Typisierung ist gering. Die Daten werden in einer Spenderdatei gesammelt. NGZ- Foto: Reuter

Elaine Gutjahr (26) aus Frimmersdorf hat sich gerade typisieren lassen: "Ich will helfen. Wenn ich Leukämie hätte, würde ich mich auch freuen, wenn andere mich unterstützen", erklärt sie. "Die Krankheit kann jeden treffen, auch meine Kinder, meinen Mann oder mich", sagt Monika Kaiser (42) aus Noithausen. Hannelore Schneider (49) hat gerade mit dem Wattestäbchen an der Wangenschleimhaut gerieben — nur etwa eine Minute dauerte die Prozedur. "Ich hatte mir an Silvester für 2012 vorgenommen, mich typisieren zu lassen." gestern setzte sie den Vorsatz in die Tat um.

Reichlich zu tun hatten die über 30 Helfer. "Meine Mutter und Tante beantworten am Eingang Fragen, meine Schwester ist am Tisch für den Wangenabstrich", erzählt Karen Meinke aus Neuenhausen. Neffe Tobias (11) sprach mit der Sammelbüchse in der Hand Besucher an. Die Knochenmarkspenderzentrale in Düsseldorf ist für die Finanzierung der Ersttypisierung auf viele Spenden angewiesen.

Wie geht's weiter? Anette Herda, administrative Leiterin der KMSZ, erklärt: "Die Proben werden bei einer Grobtypisierung auf einige Gewerbemerkmale analysiert. Die Daten werden anonymisiert, nur mit der Registriernummer, in internationale Spenderdateien eingetragen. Die Suche läuft weltweit."

Stimmen diese Merkmale eines Kranken mit denen eines Typisierten überein, "bitten wir ihn um eine Blutspende, etwa beim Hausarzt". Erst bei weiteren Übereinstimmungen stehen medizinische Untersuchungen und ein Informationsgespräch an — erst dann gibt der Spender seine Zustimmung für die Entnahme der Blutstammzellen.

(NGZ)